Titelverteidiger Tadej Pogacar hat bei der Tour de France die Bergankunft zur legendären Skistation in Alpe d‘Huez in Rekordzeit gewonnen und seine Gesamtführung weiter ausgebaut!
Der Slowene holte sich auf der 19. Etappe nach 127,9 Kilometern den Sieg im Alleingang und triumphierte erstmals nach dem geschichtsträchtigen Anstieg. Mit sechs bzw. neun Sekunden Rückstand fuhren der Franzose Lenny Martinez und Richard Carapaz aus Ecuador auf die Plätze zwei und drei.
In der Gesamtwertung liegt Pogacar nun über sieben Minuten vor dem Belgier Remco Evenepoel – der Belgier wurde am Freitag mit zweieinhalb Minuten Rückstand Sechster. Damit ist dem Slowenen sein fünfter Gesamtsieg kaum mehr zu nehmen. Für Pogacar war es zugleich der fünfte Etappensieg bei der diesjährigen Tour und der 26. seiner Karriere.
Pogacar stürmte die 21 berühmtesten Serpentinen der Radsport-Welt in rekordverdächtigem Tempo hinauf. Wieder einmal fuhr der Ausnahmekönner bei seiner Tempoverschärfung im letzten Anstieg in seiner eigenen Liga. 900 Meter vor dem Ziel schüttelte er auch die letzten Ausreißer ab. Pogacar bewältigte den 13,8 Kilometer langen Anstieg in 35:26 Minuten und war damit 1:24 Minuten schneller als Marco Pantani. Der Italiener hatte den Berg bei der 1995er-Tour in 36:40 Minuten erklommen. Das teilte der Datendienstleister Velon mit.
„Ich wusste nicht, wo der Pantani-Rekord lag. Ich war in den letzten Wochen nicht so oft im Internet“, sagte ein „glücklicher“ Pogacar. „Einen 30 Jahre alten Rekord zu brechen, ist gut für uns.“
Tollhaus am Schlussanstieg
Mehr als eine halbe Million Zuschauer am Berg sorgten für eine Tollhaus-Atmosphäre. Tausende Fans hatten bereits die Nacht in Zelten und Wohnwagen an den Hängen verbracht. Als die Stars der Branche den 13,8 Kilometer langen und durchschnittlich 8,1 Prozent steilen Schlussanstieg hinaufkletterten, bot ihnen das Spalier der Zuschauermassen nur noch eine kleine Gasse.
Vor der Krönung am Sonntag in Paris muss Pogacar noch die Königsetappe am Samstag über 170,9 Kilometer meistern, wenn das Ziel wieder in Alpe d‘Huez liegt. Dieses Mal wird der Skiort aber über den Col de Sarenne mit einem Abschnitt ohne Zuschauer angesteuert. Insgesamt warten auf die Fahrer 5450 zu überwindende Höhenmeter und drei Berge der höchsten Kategorie.
Pogacar-Lob für Großschartner
Felix Großschartner leistete für seinen UAE-Teamkollegen Pogacar wieder Tempoarbeit, ehe er vor dem Schlussanstieg für seinen Kapitän Platz machte. Mit 16:40 Minuten Rückstand erreichte der Oberösterreicher das Ziel. Pogacar lobte seine Teamkollegen. „Felix hat ein gutes Tempo vorgelegt. Wir sind Vollgas gefahren, denn die Ausreißer waren weit weg. Ich hatte gute Beine und es gibt nicht mehr viele, die mit mir mithalten können“, sagte der Leader.
Das Ergebnis der 19. Etappe:
1. Tadej Pogacar (SLO) UAE 3:17:57 Std.
2. Lenny Martinez (FRA) Bahrain +6 Sek.
3. Richard Carapaz (ECU) EF +9
Weiters:
42. Felix Großschartner (AUT) UAE +16:40 Min.
158. Marco Haller (AUT) Tudor +32:51
Der Stand in der Gesamtwertung:
1. Tadej Pogacar (SLO) UAE 64:35:13 Std.
2. Remco Evenepoel (BEL) Red Bull +7:11 Min.
3. Isaac Del Toro (MEX) UAE +9:42
Weiters:
32. Felix Großschartner (AUT) UAE +2:13:21 Std.
147. Marco Haller (AUT) Tudor +5:20:06
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