Mega-Lager in Flammen
Ukraine-Angriff trifft erneut Russlands „Amazon“
Die Ukraine setzt ihre Drohnenangriffe tief im russischen Hinterland fort und hat erneut den größten russischen Online-Versandhändler Wildberries ins Visier genommen. Bei den Angriffen kam es nach russischen Angaben zu einem Großbrand auf dem Gelände eines Logistikzentrums nahe St. Petersburg. Während Russland von Verletzten und weiteren Todesopfern an anderer Stelle berichtet, meldet auch die Ukraine neue Opfer russischer Angriffe.
Nach Angaben des Gouverneurs des Gebiets Leningrad, Alexander Drosdenko, wurden in der Nacht auf Donnerstag 59 ukrainische Drohnen im Raum St. Petersburg abgefangen. Dennoch brach auf dem Gelände eines Wildberries-Logistikzentrums im Dorf Nowossaratowka ein Feuer aus. Drei Menschen wurden laut den Behörden verletzt.
Außerdem wurde nach Angaben des Gouverneurs ein Lager einer Geflügelfabrik in der Siedlung Sinjawino schwer beschädigt. Über der Region waren große Rauchsäulen zu sehen. Der Flughafen Pulkowo stellte den Betrieb vorübergehend ein, rund 50 Abflüge waren betroffen. Russland erklärte, in der Nacht insgesamt 571 Drohnen über eigenem Staatsgebiet und der annektierten Halbinsel Krim abgewehrt zu haben.
Wildberries bestätigt mehrere Angriffe
Wildberries-Gründerin Tatjana Kim bestätigte, dass drei Logistikzentren des Unternehmens – in St. Petersburg, dessen Umland sowie auf der von Russland annektierten Krim – angegriffen worden seien. Nach ihren Angaben gab es dabei keine Verletzten, zudem habe ein Teil der Lagerflächen und Waren gesichert werden können.
Es ist bereits der dritte Angriff auf Standorte des Unternehmens innerhalb weniger Tage. Ukrainischen Angaben zufolge werden Logistikzentren gezielt angegriffen, um den Nachschub für die russischen Streitkräfte zu stören. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte zudem, dass auch ein Rüstungsunternehmen in der russischen Region Kirow, eine Ölanlage sowie weitere Logistikstandorte attackiert worden seien. Das betroffene Unternehmen liefere Komponenten für Flugzeuge und Raketensysteme.
Tote auf beiden Seiten
Der Krieg wurde auch am Donnerstag von gegenseitigen Angriffen geprägt. Nach russischen Angaben kamen bei einem ukrainischen Raketenangriff auf eine Fabrik in der Region Kirow sechs Menschen ums Leben, weitere 26 wurden verletzt.
In der Ukraine meldeten die Behörden nach einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk fünf Tote und neun Verletzte. Zwei Fliegerbomben hätten zehn Privathäuser, ein Unternehmen sowie das Gelände des lettischen Konsulats beschädigt.
Angriffe auf Häfen und Energieversorgung
Russland erklärte außerdem, in der Nacht die ukrainischen Häfen Odessa, Mykolajiw und Ismail mit Raketen und Drohnen angegriffen zu haben. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums seien unter anderem Treibstofflager, Lageranlagen für Militärgüter, ein Schwimmdock sowie ein Frachtschiff mit militärischer Ladung getroffen worden. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist nicht möglich.
Nach einem weiteren russischen Angriff auf eine Energieanlage in der nordukrainischen Stadt Tschernihiw waren laut dem regionalen Energieversorger rund 150.000 Verbraucher vorübergehend ohne Strom. An der Wiederherstellung der Versorgung werde gearbeitet.
Seit Monaten weitet die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf russisches Gebiet aus und nimmt dabei nach eigenen Angaben verstärkt Logistik- und Infrastrukturziele ins Visier. Russland setzt unterdessen seine Angriffe auf ukrainische Infrastruktur sowie Hafen- und Energieanlagen fort.









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