Kein Wochenenddienst: Mieter einer Wohnungsanlage in Niederösterreich mussten drei Tage lang ohne Aufzug auskommen, weil der Servicevertrag ohne ihr Wissen „abgespeckt“ worden sein soll. Besonders hart traf es dabei mobil eingeschränkte Mieter – darunter Familienvater Max K.
Für die Bewohner des Mehrparteienhauses in Kottingbrunn im Bezirk Baden wurde ein kaputter Lift letztes Wochenende zum Albtraum. Etwa für Max K. (Name der Redaktion bekannt), der erst kürzlich nach elf Wochen auf der Intensivstation in seine Wohnung im dritten Stock zurückkehren konnte. Er ist auf den Rollstuhl und auf Sauerstoff angewiesen. Da der Aufzug von Freitag bis Montag außer Betrieb war, war für ihn der Weg aus der Wohnung damit praktisch unmöglich.
Von Sieben-Tage-Service auf Dienst nur an Werktagen
Besonders brisant: Laut Bewohnern wurde trotz mehrfacher Notrufe am Wochenende kein Techniker geschickt. Der Verdacht: Die Wohnbaugenossenschaft HEIM soll den Wartungsvertrag von einem Sieben-Tage-Service auf einen werktäglichen Dienst reduziert haben. Offiziell bestätigt wurde das bisher nicht. Die Mieter erheben nun schwere Vorwürfe.
Wir haben immer wieder angerufen, wurden aber nur vertröstet.
Mieterin Anita K.
Genossenschaft weiß über betagte und gehbehinderte Mieter Bescheid
Obwohl die Genossenschaft von zumindest einem schwerbehinderten Bewohner wusste – erst heuer wurde für einen Bewohner ein Treppenlift genehmigt –, sei tagelang nichts passiert. „Wir haben immer wieder angerufen, wurden aber nur vertröstet“, schildert Anita K. Sie kann sich daran erinnern, dass es früher normal war, dass, wenn der Aufzug am Wochenende defekt war, jemand von der Servicefirma vorbeikam. Sie befürchtet, dass der Vertrag ohne Wissen der Hausbewohner einfach geändert wurde.
Genossenschaft äußert sich nicht dazu
Erst am Montag gegen 15 Uhr war der Aufzug wieder einsatzbereit. Zusätzlich soll der Lift bereits seit längerem Probleme bereiten: Die Türen würden zu schnell schließen, Sensoren nicht gut funktionieren. Das sei auch der Grund für den ständigen Liftausfall. Die Genossenschaft HEIM wurde seitens der „Krone“ mit den Vorwürfen konfrontiert, war aber zu keiner Stellungnahme bereit.
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