Erstmals seit Beginn des Kriegs in der Ukraine ist in Rumänien eine Drohne abgeschossen worden. Sie sei über unbewohntes Gebiet geflogen und in Richtung der Kleinstadt Buzau unterwegs gewesen, sagte der Staatspräsident Nicușor Dan. „Daher konnte der Pilot ohne Risiko schießen.“
Die Drohnenüberreste würden jetzt eingehend untersucht, teilten die rumänischen Behörden mit. Später hieß es, dass die Drohne russischer Bauart sei. Die Kampfdrohne sei wahrscheinlich von der Krim aus gestartet und bei der Hafenstadt Sulina in den rumänischen Luftraum eingedrungen. Den Abschussbefehl erteilte die NATO, wie Rumäniens Generalstabschef Gheorghita Vlad am Freitagnachmittag sagte.
Vor dem Abschuss der Drohne durch einen F-16-Kampfjet gegen 11 Uhr hatten die Behörden für drei Landeskreise Luftschutzwarnungen herausgegeben. Laut der Regierung orteten Radarsysteme die Drohne Freitagfrüh. Daraufhin seien zwei italienische Eurofighter-Kampfflugzeuge und zwei rumänische F16-Jets aufgestiegen. Die italienischen Flugzeuge sind in dem Land bereits stationiert. „Dies ist das erste Mal, dass eine Drohne im rumänischen Luftraum abgefangen und zerstört wurde“, schrieb die rumänische Außenministerin Toiu Oana auf der Plattform X.
Seit Beginn des Kriegs in der benachbarten Ukraine wurden in Rumänien bisher knapp 30 Luftraumverletzungen durch Drohnen verzeichnet. Ende Mai schlug eine russische Kampfdrohne in ein Hochhaus in der Hafenstadt Galati ein. Dabei wurden zwei Menschen verletzt. Als Reaktion verabschiedete Bukarest ein Gesetz, das es dem rumänischen Militär erlaubt, unbemannte Drohnen abzuschießen.
Sowohl die Ukraine als auch Russland setzen im Krieg zunehmend Drohnen ein. Das ukrainische Militär hat in den vergangenen Monaten seine Gegenangriffe auf russisches Gebiet vor allem mit den Flugobjekten ausgeweitet. Im Visier sind unter anderem Logistik und Infrastruktureinrichtungen – auf beiden Seiten.
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