Tiroler 2. Liga-Klubs

SV Wörgl: Schuldenberg im verflixten siebten Jahr

Tirol
24.07.2026 16:00

Der FC Wacker kehrt mit dem 2. Liga-Aufstieg in den Profi-Fußball zurück. Tiroler Klubs spielten in der 1974 eingeführten Klasse immer wieder eine große Rolle. Teil 2: Der SV Wörgl sorgte in den 1990er Jahren in der 2. Liga für viel Furore, ehe dem Verein 2005 finanziell die Lichter ausgingen.

Anfang der 1990er-Jahre setzte sich der SV Wörgl das Ziel, den Aufstieg in die 2. Bundesliga „irgendwie“ zu schaffen. Nach Platz zwei in der Regionalliga West 1997 übernahm Helmut Kraft das Traineramt und führte die Mannschaft 1997/98 mit nur einer Niederlage zum Meistertitel.

„Heli war sicher ein Eckpfeiler des damaligen Erfolgs“, erinnerte sich Obmann Andreas Widschwenter.

Thomas Silberberger tanzte die Gegner aus.
Thomas Silberberger tanzte die Gegner aus.(Bild: GEPA)

Unvergesslicher Aufstieg
Im Aufstiegs-Play-off gegen St. Pölten gelang nach einem 1:0-Heimsieg, einer 0:1-Auswärtsniederlage und einem dramatischen Elfmeterschießen der Sprung in die neu geschaffene Erste Division. „Diesen Moment werde ich nie vergessen. Matchwinner war Torhüter Reini Gasser mit zwei gehaltenen Elfmetern“, sagte Erfolgstrainer Helmut Kraft.

Sportdirektor Manni Gombasch war eine treibende Kraft.
Sportdirektor Manni Gombasch war eine treibende Kraft.(Bild: Christof Birbaumer)

Der Einstieg in den Profifußball war finanziell eine Herausforderung. „Heute haben manche Tirolligisten mehr Budget als wir damals“, lachte Widschwenter. Umso beeindruckender verlief die Premierensaison: Wörgl beendete sie auf Rang sieben. Den Höhepunkt erreichte der Verein ein Jahr später mit Platz drei und einem außergewöhnlichen Team rund um Thomas Silberberger, Gerhard Struber, Eldorado Merkoci und Rasmus Jörgensen. „Das war eine Truppe, die Potenzial für mehr hatte“, schwärmte Kraft.

Ein wichtiger Bestandteil war auch der Sportliche Leiter Manfred Gombasch. „Er hat immer wieder sehr gute Spieler verpflichtet, die vorher meistens keiner kannte“, sagte der Erfolgstrainer.

2. Liga Platzierungen des SV Wörgl

1998/1999 – Platz 7

1999/2000 – Platz 3

2000/2001 – Platz 6

2001/2002 – Platz 8

2002/2003 – Platz 8

2003/2004 – Platz 8

2004/2005 – Platz 10

Schuldenberg und Zwangsabstieg
Nachdem Kraft den Verein im Jahr 2001 Richtung Untersiebenbrunn verlassen hatte, ging es auch sportlich bergab. Nach drei achten Plätzen in Folge war bereits vor der Saison 2004/05 klar: „Das Geld reicht einfach nicht mehr“, erklärte Widschwenter. Mit kolportierten 700.000 Euro Schulden musste der SV Insolvenz anmelden und im „verflixten“ siebenten Jahr zwangsabsteigen.

Heute backt Wörgl in der Tiroler Liga kleinere Brötchen. „Wir wollen mit dem auskommen, was wir haben“, sagte der Langzeit-Obmann.

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