Das Potenzial für Energieversorgung aus dem Boden ist noch größer als gedacht: Schon bei Erdwärme wird in Wien viel verschenkt, zeigen neueste Forschungsergebnisse – noch mehr aber bei Grundwasser als Energiespender. Neue Daten beweisen das für jede einzelne Adresse in Wien.
Nie wieder für Heizung oder Klimaanlage zahlen müssen und dabei das Klima schützen: Dieses Schlaraffenland der Energieversorgung liegt ein paar Meter unter der Erdoberfläche – in Energieversorgung aus Geothermie und dem noch viel seltener genutzten Grundwasser.
Daten für das eigene Haus abrufbar
Wien lässt diese Möglichkeiten noch immer zu einem Gutteil links liegen, belegen neue Forschungsresultate für den Erdwärmetag von Geosphere/ZAMG am Dienstag, den 19. Mai. Genau errechnet wurde etwa die Zahl möglicher sinnvoller Bohrungen für Erdwärmesonden in der Stadt. Sogar Grundstücksgrenzen, die Größe von Innenhöfen, der Baumbestand und andere Details wurden mithilfe von Satellitendaten einkalkuliert. Auf geothermieatlas.geosphere.at kann jeder die Werte für die eigene Adresse einsehen.
Die Aufschlüsselung in jeweils 5,4 Hektar große Grätzeln (siehe Grafik oben) zeigt: Fast überall in der Stadt könnten auf einer Fläche, die siebeneinhalb Fußballfeldern entspricht, mindestens 350 Erdsonden Energie liefern. Zum Vergleich: Der Gemeindebau in der Penzinger Deutschordenstraße, der als städtisches Vorzeigeprojekt Erdwärme für 270 Parteien liefert, braucht dafür nur 24 Tiefenbohrungen auf 1,1 Hektar Grundfläche.
Grundwassernutzung noch kaum angelaufen
Noch tiefer ist der Dornröschenschlaf bei der Nutzung von Grundwasser. Eine Auswertung für Floridsdorf und die Donaustadt – relevant durch die vielen Stadtentwicklungsgebiete – belegt: Bei nur vier Prozent aller Grundstücke würde sich die Energieversorgung über Grundwasser-Wärme nicht rechnen.
Am Wiener Erdwärmetag von Geosphere kann virtuell jeder teilnehmen und sich die Vorträge dort anhören: Von 9 bis 13 Uhr gibt es unter geothermie-oesterreich.at/erdwärmetag einen Live-Stream.
Daten über den Ausbau der Erdwärme-Nutzung zeigen dabei: Die Kosten der Errichtung sind weiterhin die größte Hürde. Seit bei den Förderungen gespart wird, sinkt die Zahl der Häuser, die ihre Energieversorgung neu aufstellen. Auch die Stadt selbst will künftig eher „Wissen vertiefen und ausbauen“ als bestehende Wohnbauten umrüsten.
Dabei besteht kein Zweifel, dass Erdwärme über längere Zeit hinweg gerechnet die wirtschaftlich sinnvollste Investition ist: In einer Kalkulation von Geosphere hat sie mit 86 Prozent „Leistbarkeit“ den Spitzenplatz, während Gas nur magere 61 Prozent erreicht.
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