Weniger Fahrstreifen, weniger Tempo und mehr Querungen für Fußgänger: In Eisenstadt startet schon bald ein Pilotprojekt an einer der wichtigsten Einfahrtsstraßen der Stadt.
Eine maßgebliche Veränderung kommt auf die Autofahrer in Eisenstadt zu: Die Mattersburger Straße – eine der wichtigsten Verbindungen in die und aus der Stadt – wird ab Mitte August (vorläufig) einspurig. Grund dafür ist ein Pilotprojekt, das Land und Stadt gemeinsam umsetzen. Die 1,3 Kilometer lange Strecke, die jeweils zwei Fahrspuren in beiden Richtungen hat, wird dann nur mehr eine Fahrspur pro Richtung haben.
Weniger Tempo
Zusätzlich wird das Tempo auf der gesamten Länge auf 50 km/h gedrosselt. Bisher waren teilweise noch 70 km/h erlaubt. Weiters werden für Fußgänger und Radfahrer erstmals Querungen samt Beleuchtung geschaffen. Der Testlauf soll bis Mitte November gehen. Danach wird evaluiert.
Brenzliche Situationen und Verletzte
Durch den Pilotversuch soll die Straße sicherer werden. Denn eine „legale“ Möglichkeit, die Fahrbahnen zu überqueren, gab es bis dato nicht. Die Folge war, dass viele, die auf die andere Seite wollten, schlicht über die vier Fahrstreifen gelaufen sind – teilweise trotz rasch herannahender Autos. Immer wieder kommt es deswegen zu brenzlichen Situationen. Laut Hannes Thiesz, Geschäftsführer Bau und Betrieb Burgenland, gibt es jedes Jahr Verletzte.
Rücksicht auf Fußgänger und Radfahrer
Direkt an der Straße befinden sich zwar vor allem Tankstellen, Auto- und Möbelhäuser. Dahinter liegt aber eine Wohngegend, die ständig wächst. „Unser Ziel ist es, diese wichtige Verkehrsverbindung leistungsfähig zu halten und gleichzeitig die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer“, betont Verkehrslandesrat Heinrich Dorner. „Insbesondere für Kinder, ältere Menschen und alle, die ohne Auto unterwegs sind, wollen wir sichere Querungsmöglichkeiten schaffen“, erklärt auch Stadtchef Thomas Steiner.
17.500 Fahrzeuge pro Tag
Ganz emotionslos wird der Pilotversuch aber wohl nicht ablaufen – schon allein, weil es sich um eine stark befahrene Straße handelt. Laut Thiesz werden übers Jahr gerechnet 17.500 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Die Spitzen – samt Staus – sind unter der Woche vor allem in der Früh und am Nachmittag, bedingt durch die vielen Pendler. Wie wohlwollend die Autofahrer auf die Fahrstreifenreduktion reagieren werden, wird sich erst zeigen. Sowohl Dorner als auch Steiner appellieren jedenfalls an alle Verkehrsteilnehmer, sich rechtzeitig darauf einzustellen und sich konstruktiv zu verhalten. Im Vorfeld wird es auch eine Informationskampagne geben.
Fahrstreifen sind ab 19. August gesperrt
Der Ablauf im Detail: Am 14. August wird die neue Beleuchtung montiert, ab 17. August kommen die Bodenmarkierungen. In der Nacht auf 19. August werden die Fahrspuren mittels Leitbaken abgesperrt.
Rückmeldungen
Das Projekt wird vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) wissenschaftlich begleitet. Es wird Zählungen und Befragungen geben, erklärt KFV-Sicherheitsexpertin und Raumplanerin Sabine Kaulich. Feedback und Anregungen werden dann auch per Mail möglich sein: feedbackB50@kfv.at
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