Vater angeklagt

Baby-Sohn erblindete wegen Schütteltrauma

Oberösterreich
23.07.2026 17:00

„Ich wollte dem Kind helfen“ – die Version des Vaters, der wegen einer Schüttelattacke gegen sein Kind in Wels (OÖ) vor Gericht steht, stand im krassen Gegensatz zu dem, was der Gerichtsmediziner sagte. Der 13-fach vorbestrafte 29-Jährige muss mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen.

„Ich bin mit dem linken Bein beim Couchtisch hängen geblieben und mit dem Kind im Arm gestürzt. Dann war es bewusstlos und ich habe es geschüttelt, damit es wieder zu sich kommt“, erklärte zusammengefasst ein dreifacher Vater am Welser Landesgericht, wie es zu den Kopfverletzungen seines Baby-Sohnes gekommen sein soll.

„Voll ausgeprägtes Schütteltrauma“
Doch der Gerichtsmediziner widersprach der Version des 13-fach vorbestraften Welsers und sprach von einem „voll ausgeprägten Schütteltrauma“ und stumpfer Gewalt gegen den Kopf des Babys: „Durch einen Sturz ist das nicht zu erklären.“ Eher sei das Kind noch irgendwo dagegen geschleudert worden.

Und als der Vater demonstrierte, wie er sein Baby geschüttelt haben will, zeigte er vor, dass er das Köpfchen in der Hand gehalten habe: „Dann kann es zu keinem Schütteltrauma kommen“, konterte der Mediziner. Denn dieses entsteht nur, wenn der Kopf ungestützt hin und her geworfen wird und das Gehirn gegen den Schädel schlägt.

Dauerfolgen noch fraglich
Das Kind erlitt schwerste Blutungen und Hirnverletzungen, ist blind und hat Epilepsie. Dem Vater, der in U-Haft ist, drohten bis zu 15 Jahre Haft, der Prozess wurde zur Klärung der Dauerfolgen vertagt.

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