Ex-Startup Emmi AI

Nach Millionendeal 40 neue Jobs in Linzer KI-Firma

Oberösterreich
23.07.2026 09:05

Nach dem Millionenverkauf an den französischen Tech-Konzern Mistral sucht das Linzer Ex-Start-up Emmi neue Mitarbeiter. Und die KI-Spezialisten arbeiten an Modellen, die Crashtests und damit die Autoproduktion um rund ein Drittel beschleunigen soll.

Es war ein Megadeal: Um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kaufte der französische Tech-Riese Mistral im Frühling das Linzer KI-Start-up Emmi AI – die „Krone“ berichtete. Anders als bei vielen anderen Verkäufen ins Ausland wird nun aber nicht gekürzt und eingespart, sondern ausgebaut: „Wir suchen 40 neue Mitarbeiter in Linz“, sagt Emmi-Gründer Johannes Brandstetter. Das neue Büro in der Landeshauptstadt haben die KI-Spezialisten erst vergangene Woche bezogen.

„Interesse von allen europäischen Autokonzernen“
Grund für das Wachstum: Die Forscher aus Linz haben sich darauf spezialisiert, physikalische Simulationen durch Künstliche Intelligenz zu ersetzen – das soll viele industrielle Prozesse schneller machen. Brandstetter gibt ein Beispiel: „Der Bau eines Autos dauert in Europa dreieinhalb Jahre. 30 Prozent der Zeit geht für Crashtests drauf. Dafür bauen wir gerade Modelle.“

Das heißt: Die Linzer wollen die Crashtests mit KI effizienter machen, damit sie nur mehr zwei oder drei Prozent der Produktionszeit eines Autos in Anspruch nehmen, statt bisher ein knappes Drittel. Ein erstes Modell soll im Herbst fertig sein. „Es gibt Interesse von allen europäischen Autokonzernen“, so Brandstetter.

Regierung als Vorzeige-Investor
Für das ehemalige Start-up Emmi AI ist der Verkauf an die Franzosen eine Chance, mit den Physik-Simulationen in die Weltspitze vorzudringen. Und für den neuen französischen Eigentümer Mistral eröffnet sich durch den Deal die Möglichkeit, diesen Markt zu besetzen. Am Mittwoch besuchten Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Staatssekretär Alexander Pröll (beide ÖVP) die Linzer Firma. Ihr Conclusio: Die Regierung will in Sachen Künstlicher Intelligenz als Vorzeige-Investor vorangehen und KI in der industriellen Anwendung fördern.

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