Die heimischen Kindertagesheime hinken im Bundesvergleich bei den Kriterien zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf – da geht es vor allem um Öffnungszeiten – hinterher. Bildungsreferentin Haberlander stellt nun diese Kriterien infrage, denn: Nur 14 Prozent der Kinder nehmen das Angebot am Nachmittag wahr.
Wie gut ist Oberösterreich in Sachen Kinderbildung und -betreuung (KBB) aufgestellt? Dieser Frage ging die „Krone“ in einem Artikel am Mittwoch nach. Fazit: In manchen Bereichen der Qualitätssicherung werden die kürzlich von der Bundesregierung formulierten Ziele übererfüllt, in anderen Bereichen hinkt Oberösterreich hinterher – etwa bei den in einer Bund-Länder-Vereinbarung verankerten Kriterien für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (siehe Kasten). Wie berichtet, erfüllen nur 27 Prozent der KBB-Einrichtungen hierzulande diese VIF-Kriterien – der absolute Tiefstwert im Bundesländer-Ranking.
„Kriterien greifen zu kurz“
Darauf reagiert nun die zuständige LH-Stellvertreterin, Bildungsreferentin Christine Haberlander (ÖVP). Sie fordert ein Überdenken des VIF-Indikators: „Die derzeitigen Kriterien greifen zu kurz und bilden die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsrealitäten der Menschen nur unzureichend ab. Kinderbetreuung muss sich an der Lebensrealität der Familien orientieren – nicht umgekehrt.“
Manche festgelegten Kriterien würden schlicht nicht nachgefragt, sagt Haberlander. So hätten in Oberösterreich zwar 90 Prozent der Kinder ein Betreuungsangebot bis 16 Uhr, nur 14 Prozent würden dieses aber auch in Anspruch nehmen. Anstatt der Standardisierungen bei Öffnungszeiten und Betreuungsmodellen brauche es ein flexibles VIF-System, so Haberlander.
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