Mo, 20. August 2018

Kampf um Kobane

13.10.2014 15:00

Türkei: Keine Stützpunkt-Nutzung durch USA

In der Allianz zur Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geht der Streit über die Nutzung türkischer Militärstützpunkte offenbar weiter. Zunächst hatten die USA am Sonntag angekündigt, die Türkei habe eine Nutzung erlaubt. Dies wurde von Ankara am Montag dementiert, die Verhandlungen gingen weiter, hieß es. Indes konnte der Vorstoß der Dschihadisten in der nordsyrischen Grenzstadt Kobane von den kurdischen Verteidigern offenbar vorerst gestoppt werden.

Es gebe kein neues Abkommen zwischen den USA und der Türkei, sagte ein Vertreter der türkischen Regierung bezüglich der Stützpunkte. Es gebe aber eine Einigung über die Ausbildung moderater syrischer Rebellen in den Militäreinrichtungen, hieß es. Ein ranghoher Vertreter der US-Streitkräfte hatte zuvor gesagt, die Details der Nutzung der türkischen Militärflughäfen würden derzeit noch geklärt - die US-Streitkräfte erhielten aber das Recht zur Nutzung der südlichen Luftwaffenbasis Incirlik.

Das Anti-IS-Bündnis wollte die Türkei seit Längerem enger einbinden. Die Regierung in Ankara sträubte sich jedoch dagegen und pochte unter anderem auf ein gemeinsames Vorgehen, das sich auch gegen das Regime des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad richtet.

Strategietreffen der Anti-IS-Allianz
Am Montag und Dienstag sollte in den USA ein erstes Strategietreffen des Bündnisses gegen den IS stattfinden. Zu der Konferenz hat US-Generalstabschef Martin Dempsey mehr als 20 Militärchefs eingeladen, unter anderem aus Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden. Auch fünf arabische Verbündete sitzen am Militärstützpunkt Andrews bei Washington mit am Tisch: Saudi-Arabien, Jordanien, Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Den USA war zuletzt vorgeworfen worden, keine langfristige Strategie für den Kampf gegen die Dschihadisten im Irak und in Syrien zu haben.

IS-Vorstoß auf Kobane voerst gestoppt
Unterdessen soll der Vorstoß der Dschihadisten auf die Kurdenstadt Kobane vorerst gestoppt worden sein. Der IS sei in Kobane seit der Eroberung des Hauptquartiers der kurdischen Milizen am Freitag nicht weiter vorgerückt, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Die IS-Milizen kontrollieren jedoch weiter etwa 40 Prozent der Kurdenhochburg. Um die Schlacht für sich zu entscheiden, habe der IS Kämpfer aus den Provinzen Rakka und Aleppo abgezogen und nach Kobane beordert. Nach UNO-Schätzungen befinden sich noch immer etwa 12.000 Zivilisten in und um Kobane.

Kurden-Kämpfer von 40-jähriger Frau angeführt
Die kurdischen Verteidiger der Stadt werden von einer 40-jährigen Frau angeführt. "Maissa Abdo, die unter dem Kampfnamen Narin Afrin bekannt ist, kommandiert die Kurdenmiliz YPG in Kobane zusammen mit Mahmud Barkhodan", sagte Rahman. Die auf Arabisch Ayn al-Arab genannte Stadt wird seit fast einem Monat von den IS-Extremisten belagert. Seit einer Woche liefern sich die Dschihadisten und kurdische Einheiten erbitterte Straßenkämpfe.

Irakische Armee gab von IS gehaltene Stadt auf
Auch im Irak setzt der IS seinen blutigen Feldzug fort. Die irakische Armee hat nach Angaben von Sicherheitskräften einen Stützpunkt am Rande der belagerten westlichen Stadt Heet aufgegeben. Die Militärführung habe entschieden, die Soldaten nun "zur Verteidigung der Luftwaffenbasis Assad einzusetzen".

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden führende Militärvertreter in der Nacht ausgeflogen, während die meisten Soldaten in einem Konvoi zur Basis Assad fuhren. Zentrale Teile des Stützpunkts seien zuvor in Brand gesetzt worden. Montag früh übernahmen dann laut Augenzeugen IS-Kämpfer den aufgegebenen Stützpunkt.

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