Iran-Krieg

US-Angriffe: Explosionen auch in Teheran

Außenpolitik
22.07.2026 07:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das US-Militär hat die elfte Nacht in Folge militärische Ziele im Iran angegriffen. Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation gab es auch in der Hauptstadt Teheran Explosionen. Zu den Zielen zählten laut US-Armee unter anderem militärische Einsatzzentralen, Drohnenlager und Flugzeughangars. Nach gut einer Stunde wurden die Angriffe für beendet erklärt. Unterdessen wurde bekannt, dass die USA und Saudi-Arabien an einem Atompakt arbeiten.

Mit den jüngsten Angriffen sollten die Möglichkeiten des Landes geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus angreifen zu können, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Die genauen Ziele der neuen Angriffe machte Centcom nicht bekannt.

Rahmenabkommen für beendet erklärt
Die bisher letzten Angriffe auf Teheran hatte es Anfang Juni gegeben. Damals hatte die israelische Luftwaffe als Reaktion auf iranische Raketenangriffe Ziele in der Stadt attackiert. Der Konflikt flammte Anfang Juli erneut auf, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Die USA flogen daraufhin Hunderte Luftangriffe auf Ziele an der Südküste Irans. US-Präsident Donald Trump erklärte die Anfang April vereinbarte – und ohnehin mehrmals gebrochene – Waffenruhe sowie das Mitte Juni ausgehandelte Rahmenabkommen für beendet. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden.

Während die US-Regierung betont, dass im Iran für das Militär strategisch wichtige Ziele ...
Während die US-Regierung betont, dass im Iran für das Militär strategisch wichtige Ziele bombardiert würden, wirft das Mullah-Regime den Amerikanern vor, auch zivile Infrastruktur wie diese Brücke in der Nähe der Küstenstadt Bandar Abbas anzugreifen.(Bild: AFP/AMIR HOSSEIN KHORGOOEI)

Während die US-Regierung das iranische Atomprogramm zerstören will und der jüngste Krieg unter anderem vom Zaun gebrochen wurde, weil Israel und die Vereinigten Staaten überzeugt waren, der Iran stehe kurz davor, seine Fähigkeiten zum Bau von Atomwaffen entscheidend auszubauen, unterstützt Washington die nuklearen Ambitionen Saudi-Arabiens. Insidern zufolge soll dem US-Kongress in Kürze ein Atompakt zwischen den beiden Staaten vorgelegt werden.

Atompakt mit Saudi-Arabien ohne Schutzklauseln?
Der Vertrag sei die Voraussetzung dafür, dass US-Firmen das Königreich beim Aufbau einer zivilen Atomindustrie unterstützen dürfen. Den Insidern zufolge fehlt in dem Abkommen jedoch der sogenannte „Gold-Standard“. Dieser würde dem Königreich die Anreicherung von Uran und die Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennelementen untersagen – beides sind mögliche Wege zur Entwicklung von Atomwaffen. Zudem sei das „Zusatzprotokoll“ nicht enthalten, das der Internationalen Atomenergiebehörde weitreichende und unangemeldete Inspektionen ermöglicht. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten dem „Gold-Standard“ in einem ähnlichen Abkommen mit den USA im Jahr 2009 zugestimmt.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hatte in der Vergangenheit erklärt, sein Land werde nachziehen, sollte der regionale Konkurrent Iran eine Atombombe entwickeln. Dies schürt bei Rüstungskontrolleuren und einigen US-Abgeordneten die Sorge vor einem Wettrüsten in der Region. Zahlreiche Demokraten und auch einige Republikaner hatten darauf bestanden, dass ein Abkommen mit Saudi-Arabien die Schutzklauseln enthalten müsse.

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