Ryanair-Zwischenfall

Neue Erkenntnisse zum Unfall mit Flugzeugfenster

Ausland
20.07.2026 15:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am 10. Juli ist ein Passagier der Airline Ryanair teilweise aus einem zerbrochenen Kabinenfenster gesaugt worden. Die Maschine erlitt einen Druckverlust und musste im griechischen Thessaloniki notlanden. Nun hat eine erste Untersuchung die mögliche Ursache des Zwischenfalls ergeben.

Das Alter oder der Wartungszustand der Maschine seien nicht die Ursache gewesen, sagte Ryanair-Chef Michael O‘Leary am Montag bei der Vorlage der Quartalszahlen. Womöglich sei ein Fremdkörper verantwortlich gewesen. „Die ersten Anzeichen deuten auf einen Fremdkörperschaden am Triebwerk beim Start in Thessaloniki hin, aber wir können das noch nicht definitiv sagen“, führte er aus. Um welchen Fremdkörper es sich handelt, sagte O‘Leary nicht. Eine Bestätigung dieser Ursache würde die Haftung von Boeing und Ryanair verringern.

Die betroffene Boeing 737 ist 18 Jahre alt, das Triebwerk wurde laut dem Chef der Airline in den vergangenen zwei Jahren vollständig gewartet und überholt. Einen ersten Bericht mit Details soll es in ungefähr einem Monat geben.

Passagiere retteten Mann
Wie berichtet, ereignete sich der gefährliche Zwischenfall am 10. Juli auf dem Weg von Thessaloniki nach Memmingen (Bayern). An Bord der Maschine brach kurz nach dem Start ein Teil des Triebwerks ab, dieses zertrümmerte dann auch das Fenster. Ein Passagier wurde beinahe aus der Maschine gesaugt. Mitreisende hielten ihn fest und konnten ihn schließlich auch zurückziehen. „Sein Kopf und seine Schultern ragten aus dem zerbrochenen Fenster heraus“, sagte eine Passagierin.

In der Kabine fielen Sauerstoffmasken herab. Das Flugzeug erlitt einen Druckverlust und musste notlanden. Der Rückflug dauerte ungefähr 20 Minuten. Der Passagier aus Serbien, der neben der beschädigten Fensterscheibe saß, wurde in ein Krankenhaus in Griechenland gebracht. Für die weiteren Passagierinnen und Passagiere wurde ein Ersatzflugzeug nach Deutschland organisiert. Der Vorfall wird derzeit von der zuständigen US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB untersucht.

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