Wegen „Flottenjagd“

Kiew: Moskau muss Elite-Einheit von Front abziehen

Ukraine-Krieg
18.07.2026 20:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die ukrainischen Drohnentruppen machen im Schwarzen Meer Jagd auf russische Handelsschiffe. Das zwang Moskau nach Darstellung Kiews jetzt dazu, Teile seiner Elite-Drohneneinheit von der Front abzuziehen, um Schiffe zu schützen.

Am laufenden Band explodieren ukrainische Kampfdrohnen an russischen Schiffen im Schwarzen und im Asowschen Meer. Allein in der Nacht auf Samstag seien acht Frachter, ein Tanker, ein Gastransportschiff, ein Schlepper und zwei Schwimmkräne getroffen worden, teilte der Chef der Drohnentruppen, Robert Browdi, in sozialen Netzwerken mit. Damit steige die Gesamtzahl der beschossenen Schiffe auf 172.

Abzug schwächt russische Front
Die Ukraine will mit den Gegenangriffen im russischen Angriffskrieg Moskaus militärische Logistik stören. Nach Darstellung Browdis führt die seit Wochen andauernde „Flottenjagd“ auf russische Schiffe inzwischen dazu, dass Moskau Teile der sogenannten Rubikon-Truppen – die Elite-Drohnen-Einheit – von der Front abziehe und verlagere. Das schwäche den Gegner an der Front, betonte er.

Zusammen mit den abgezogenen Rubikon-Truppen setze Russland auch die gesamte 51. Luftabwehrdivision sowie ein Flugabwehrregiment, übrig geblieben von der Schwarzmeer-Flotte, ein, um den Schiffsverkehr zu schützen.

„Moskau wird untergehen“
Der ukrainische Drohnen-Chef kündigte an, die Operation gegen russische Schiffe an den verbleibenden Juli-Tagen und in der ersten Augusthälfte fortzusetzen. „Moskau wird untergehen“, sagte Browdi, auch bekannt unter seinem Kampfnamen „Magyar“. Die stark von den ukrainischen Schlägen betroffene Schwarzmeer-Halbinsel Krim, die Russland schon 2014 annektiert hatte, werde später wieder aufgebaut, erklärte er.

Eine Bestätigung von Moskauer oder unabhängiger Seite für eine angebliche Verlegung russischer Drohneneinheiten gab es nicht. Unklar war auch, was ein solcher möglicher Schritt für die Lage an der Front bedeutet, wo es wegen der gegenseitigen Belauerung mit Drohnen seit Monaten kaum Bewegung der Bodentruppen auf dem Schlachtfeld gibt.

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