„Verteidigen das Land“

Nächtliche Angriffe: Iran kündigt Deal mit USA auf

Außenpolitik
18.07.2026 17:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Regime in Teheran sieht sich nicht mehr an das Rahmenabkommen mit den Vereinigten Staaten gebunden. Denn mit ihren „aggressiven Maßnahmen“ hätten die USA dagegen verstoßen, hieß es am Samstag.

„Leider haben die Amerikaner mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen“, sagte der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi in einem TV-Interview. Daher fühle sich auch der Iran nicht mehr an die Vereinbarung gebunden, weshalb man das Abkommen ausgesetzt habe.

Seit sieben Nächten Angriffe
Jetzt sei man damit beschäftigt, „das Land zu verteidigen“, zitierte die Nachrichtenagentur Fars den Minister. Zuvor hatten die USA den Iran in der nunmehr siebenten Angriffsnacht in Folge angegriffen. Dabei starben im Iran Regierungsangaben zufolge mindestens 50 Menschen. Mehr als 500 Menschen seien bei den US-Angriffen verletzt worden, hieß es am Samstag vom Gesundheitsministerium in Teheran.

Der iranische Vizeaußenminster Kasem Gharibabadi erklärte den Deal für ungültig.
Der iranische Vizeaußenminster Kasem Gharibabadi erklärte den Deal für ungültig.(Bild: AFP/Fabrice COFFRINI )

Teheran holte wie schon in den vorherigen Nächten zu Vergeltungsschlägen aus. Die Golf-Staaten Kuwait und Bahrain gerieten dabei erneut unter Beschuss. Es gab zudem Berichte über Explosionen in Saudi-Arabien sowie in Jordanien. All diese Länder beherbergen US-Militärstützpunkte.

„Gefährliche Eskalation“
Der Golf-Kooperationsrat verurteilte die jüngsten iranischen Angriffe auf zivile Infrastruktur in Bahrain, Kuwait und Jordanien. „Die Handlungen des Iran stellen eine äußerst gefährliche Eskalation dar, einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen sowie Kriegsverbrechen, die angesichts der gezielten Angriffe auf Infrastruktur und zivile Einrichtungen eine internationale Rechenschaftspflicht und strafrechtliche Verfolgung erfordern“, erklärte der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates, Jasem Mohamed Albudaiwi, am Samstag.

Endgültiger Deal in weiter Ferne
Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen sollte. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der Straße von Hormuz. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe, die immer wieder gebrochen wurde. Anfang Juli war der Konflikt wieder weiter eskaliert.

Pakistan hatte bei der Schließung des Rahmenabkommens die Rolle des Vermittlers inne. Auch jetzt betonte der pakistanische Außenminister, Ishaq Dar, in einem Telefonat mit seinem kuwaitischen Amtskollegen die „dringende Notwendigkeit zu deeskalieren“. Er hoffe, dass sich alle Seiten zurückhielten und dass das Rahmenabkommen vollständig umgesetzt werde, teilte sein Ministerium mit.

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