St. Pöltner Öffi-Aus?

Land fährt LUP-Busse finanziell gegen die Wand

Niederösterreich
19.07.2026 06:00

Als Erfolgsmodell preist die NÖ-Landeshauptstadt ihr Öffi-System mit LUP-Bussen. Doch 2027 droht der Crash. Denn die Drittelfinanzierung wackelt. Das Land fährt offenbar den LUP gegen die Wand . . .

„Das Land Niederösterreich bekennt sich klar zum Stadtbus St. Pölten“, hieß es Anfang Juli noch auf „Krone“-Nachfrage aus dem Büro von Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FPÖ). Allerdings: Im Rathaus der Landeshauptstadt merkt man davon bis dato nichts.

Warten auf Zusage
Denn seit vielen Monaten warten Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) & Co. auf die Zusage aus dem Regierungsviertel an der Traisen, dass die Drittelfinanzierung – Stadt, Bund und Land – auch für die nächsten zehn Jahre in trockenen Tüchern ist. Rund fünf Millionen Euro sollte jeder der drei Partner pro Jahr für die LUP-Busse bereitstellen.

Stadt zahlt längst drauf
Wobei: Eine tatsächliche Drittelfinanzierung war ohnehin nur in den Anfängen gegeben. Damals waren jeweils 1,5 Millionen Euro als Kostenbeteiligung vereinbart worden. Doch der Bedarf an innerstädtischen Öffi-Verbindungen wurde größer. Die Fahrzeiten wurden erweitert, neue Linien etabliert und auch gestiegene Spritpreise machten sich bemerkbar. Bund und Land hielten aber an ihren 1,5-Millionen-Anteilen fest. Die Folge: Der Zuschuss der Stadt kletterte in die Höhe. Zuletzt, so munkelt man hinter vorgehaltener Hand, kostete der LUP-Betrieb St. Pölten bereits satte 10,3 Millionen Euro pro Jahr.

Zitat Icon

Wir warten seit Jahresende 2025 auf ein vollumfängliches Bekenntnis des Landes zum öffentlichen Verkehr in seiner Landeshauptstadt.

Matthias Stadler, Bürgermeister von St. Pölten

Es geht um Millionen
Kommendes Jahr laufen Förderung und Betrieb aus. Der Bund hat bereits auch für die Zukunft ein Drittel der Finanzierung zugesagt – vorausgesetzt, das Land zieht mit. Doch von dort gibt es kein klares Ja. Man sagt zwar Mittel aus der Nahverkehrsfinanzierung zu. Aber diese ist nur mit fünf Millionen Euro dotiert – für ganz Niederösterreich! „Wir haben eine Verantwortung gegenüber allen Regionen und Städten“, heißt es dazu aus Landbauers Büro. Unausgesprochener Nachsatz: Da können wohl nicht fünf Millionen nach St. Pölten fließen.

Die Zeit wird knapp 
Bürgermeister Matthias Stadler kommentiert das karge Gesamtbudget des Verkehrslandesrates für den öffentlichen Nahverkehr mit knappen Worten: „Das wird zu wenig sein.“

Viel Zeit für eine Einigung bleibt nicht mehr. Und klappt diese nicht, droht das Erfolgsmodell LUP-Bus an der unüberwindlichen Kostenwand zu zerschellen.

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