Nach vier Monaten Koalition haben Rot und Grün in St. Pölten noch nicht zum „Du“ gefunden. Aber es gibt dringendere Sorgen – etwa die Finanzierung der LUP-Busse. Da könnte der Landeshauptstadt ein Rückfall in die „Öffi-Steinzeit“ drohen.
Einer neuen Herausforderung muss sich Matthias Stadler seit der heurigen Gemeinderatswahl in St. Pölten stellen. Der SPÖ-Stadtchef kann nämlich nur mit einem Koalitionspartner regieren. Bei einer ersten Klausur im beschaulichen Pielachtal stimmten Stadler und Walter Heimerl-Lesnik (Grüne) jetzt ihre gemeinsamen Ziele für die nächsten Jahre ab – und wollten sich auch besser kennenlernen.
Zusage vom Land fehlt
Sorgenkind Nummer 1 sind die LUP-Busse. Es fehlt noch die Zusage des Landes zur Drittelfinanzierung mit Bund und Stadt. „Kommt die nicht, fährt der LUP zurück in die Steinzeit“, bringt es Stadler drastisch auf den Punkt. Weniger Linien, weniger Kilometerleistung, kein Abend- und Wochenendbetrieb wären die Folge.
Leistbarer Wohnraum
Ein Fokus liegt laut Bürgermeister in nächster Zukunft auf der touristischen Entwicklung der Stadt. Mit Kultur- und Sportevents will man mehr Gäste in die Landeshauptstadt holen. Und auch im Wohnbau will die Stadtregierung – etwa mit der Bürgerspitalstiftung – Akzente setzen. Stadler: „Wohnraum muss in St. Pölten leistbar bleiben.“
Schatten am Domplatz
Für den grünen Juniorpartner in der Rathaus-Koalition steht einerseits die S34 im politischen Blickpunkt. „Internationale Verkehrsplaner sollen Alternativen zu der geplanten Schnellstraße ins Traisental überprüfen“, erklärt Heimerl-Lesinik. Auch die Zukunft des 140 Hektar großen ehemaligen Garnisonsübungsplatzes als Naherholungs- und Naturschutzgebiet liegt der St. Pöltner Öko-Fraktion am Herzen. Weitere Punkte des Bürgermeister-Stellvertreters: endlich Schatten am Domplatz, begrünte Fassaden und eine Baumschutzverordnung.
Und wie hat es im Pielachtal mit dem Kennenlernen geklappt: Nun, regiert wird im Rathaus immer noch „per Sie“. Stadler erklärt das so: „Es kommt nicht auf das Du-Wort an“
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