Mi, 19. September 2018

19 Tote in Türkei

08.10.2014 11:30

Anti-IS-Allianz wächst weiter: Auch Kanada an Bord

Das kanadische Parlament hat einem Militäreinsatz im Kampf gegen die IS-Miliz zugestimmt. Mit den Stimmen der konservativen Mehrheit billigte das Haus am Dienstag den Plan von Regierungschef Stephen Harper, sich an der US-geführten Koalition zu beteiligen. In der Türkei eskalierten in der Nacht auf Mittwoch Proteste der Kurden, die für ein militärisches Vorgehen zur Rettung der syrischen Enklave Kobane demonstrierten: Es gab mindestens 15 Tote.

Harpers Plan sieht vor, sechs Kampfjets vom Typ F-18 sowie weitere Militärflugzeuge für einen Einsatz im Irak zu entsenden. Rund 600 Soldaten sollen dafür abgestellt werden, die Mission ist zunächst auf sechs Monate befristet. 157 Abgeordnete stimmten für den Einsatz, 134 dagegen. Kanadische Bodentruppen in Syrien und dem Irak schließt Harper ebenso wie US-Präsident Barack Obama aus.

Einer Umfrage zufolge unterstützen 64 Prozent der Kanadier eine Beteiligung ihres Landes am Kampf gegen den IS. Die USA begrüßten das Votum für einen "weiteren Beitrag Kanadas gegen den Terrorismus", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. An den Luftangriffen der internationalen Koalition sind derzeit außerdem Australien, Belgien, Dänemark, Frankreich, die Niederlande und Großbritannien sowie die arabischen Länder Jordanien, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Bahrain beteiligt.

15 Tote bei Kurdenprotesten in der Türkei
Die Proteste gegen die Tatenlosigkeit der Türkei angesichts des IS-Vormarsches auf die kurdisch-syrische Enklave Kobane (siehe Infobox) arteten in der Nacht auf Donnerstag erstmals aus. Mindestens 19 Menschen kamen in der Türkei ums Leben, viele weitere wurden laut Medienberichten bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, aber auch mit Islamisten, verletzt.

Die Demonstranten in zahlreichen mehrheitlich von Kurden bewohnten Städten im Südosten der Türkei werfen Ankara vor, dem drohenden Fall der Grenzstadt Kobane tatenlos zuzusehen. Das Parlament hat zwar den Einsatz der Armee in Syrien und dem Irak autorisiert, doch hat die Regierung von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bisher keine militärische Intervention gestartet. Die Kurdenpartei HDP hatte deshalb zu den landesweiten Protesten aufgerufen, Tausende Menschen folgten dem Appell.

In der südöstlichen Großstadt Diyarbakir wurden laut Medienberichten von Mittwoch früh acht Menschen bei Schusswechseln zwischen prokurdischen Aktivisten und Islamisten getötet. Mindestens zehn weitere Personen wurden verletzt. Ein Polizeifahrzeug, weitere Autos, Geschäfte und Regierungsgebäude wurden in Brand gesteckt oder anderweitig beschädigt. Mindestens drei Tote wurden in Mardin gemeldet, zwei in Siirt sowie jeweils einer in den Städten Batman und Mus.

Ausgangssperre in Kurdenprovinzen, Tränengas in Ankara
In den kurdischen Provinzen Diyarbakir, Mardin, Siirt und Van wurde eine Ausgangssperre verhängt. In Istanbul und Ankara setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Proteste gab es auch in der Küstenstadt Antalya sowie in Mersin und Adana im Süden. Innenminister Efkan Ala forderte die Demonstranten zum Rückzug auf, sonst drohten "unvorhersehbare Folgen".

Auch in Hamburg kam es zu Ausschreitungen zwischen prokurdischen Demonstranten und radikalen Muslimen. Dabei wurden ebenfalls mehrere Menschen verletzt. Der UNO-Syrien-Vermittler Staffan de Mistura forderte die Weltgemeinschaft eindringlich zur Hilfe bei der Verteidigung des seit Tagen umkämpften Kobane auf, die Türkei appellierte an die USA, verstärkte Luftangriffe auf die IS-Miliz in Syrien zu fliegen.

Luftangriffe gehen weiter: Erste Rückschläge für IS
Am Mittwoch wurden die Luftschläge auf Kobane fortgesetzt. Unmittelbar danach stieg dicker schwarzer Rauch von einem strategisch wichtigen Hügel im Osten der Stadt auf, berichtete ein AFP-Reporter. Laut kurdischen Medien sind bei dem Angriff auf IS-Stellungen auch Waffendepots zerstört worden, die IS-Kämpfer zogen sich aus Teilen der Stadt zurück. Im Südwesten Kobanes waren sie dagegen weiter im Vormarsch und eroberten einige Gebäude.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Gegen Paris
3:2 - Klopps Liverpool siegt in letzter Minute
Fußball International
Zahlreiche Stichwunden
Spanische Top-Golferin Barquin (22) ermordet!
Sport-Mix
Zweite deutsche Liga
Salzburg-Leihgabe Hwang schießt HSV zum Sieg
Fußball International
Rückzug als Parteichef
Kern wird SPÖ-Spitzenkandidat bei Europawahl
Österreich
Bayern-Start in die CL
Rummenigge warnt vor Benfica ++ Sanches im Fokus
Fußball International
Perfekter CL-Start
Krasse Messi-Gala bei 4:0-Triumph des FC Barcelona
Fußball International
Nach Ekel-Attacke
Vier Spiele Sperre für Juve-Spucker Douglas Costa
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.