Das Finale der Fußball-WM am Sonntag (21.00 Uhr/live ORF 1) in East Rutherford bringt nicht nur auf dem Rasen ein Generationenduell von Lionel Messi (39) mit Lamine Yamal (19). Eine besondere Geschichte verbindet auch die Trainer von Titelverteidiger Argentinien und Spanien. Luis de la Fuente (65) war einst Tutor in der spanischen Trainer-Akademie, Lionel Scaloni (48) sein Student. Die beiden sind seither befreundet.
Argentinien sei sein Wunsch-Finalgegner, erklärte Spaniens Teamchef De la Fuente nach der Machtdemonstration im Halbfinale gegen Frankreich. Dass er im zweiten Halbfinale am Tag danach dem Weltmeister gegen England die Daumen drückte, hatte keine sportlichen Gründe, sondern persönliche. Er freute sich auf ein Wiedersehen mit Scaloni.
Ausbildung in Las Rozas
Die Freundschaft begann im Jahr 2017 in Las Rozas, einem Vorort von Madrid. De la Fuente war spanischer Nachwuchsteamchef und Vortragender in der Trainerakademie auf dem Gelände des Fußball-Verbands RFEF. Er war einer der Tutoren, die ehemalige Profis beim Wechsel auf die Trainerbank schulten und unterstützten. „Luis war eine große Hilfe für jene, die den Trainerkurs absolvierten“, erzählte Scaloni.
Der argentinisch-italienische Doppel-Staatsbürger hatte zwei Jahre davor seine Karriere, die er zum Großteil bei spanischen Clubs (Deportivo La Coruna, Racing Santander, RCD Mallorca) verbracht hatte, beendet. Als Co-Trainer des FC Sevilla hatte er den Einstieg ins Trainergeschäft geschafft und sich in den Kurs eingeschrieben. Er sei ein „Meister“ gewesen, sprach De la Fuente voller Lob von seinem einstigen Schüler.
Das wahre Meisterstück lieferte Sacloni vor vier Jahren, als er die „Albiceleste“ im Dezember 2022 in Katar zum WM-Titel führte, nachdem er Messi, seinen Mitspieler bei der WM 2006, zum Weitermachen im Nationalteam animiert hatte. Zweimal (2021, 2024) holten die Argentinier unter dem seit 2018 amtierenden Scaloni auch die Copa America, nun greifen sie nach dem vierten WM-Titel, was bisher nur Brasilien (5) sowie Italien und Deutschland (je 4) gelungen ist.
Spanien unter De la Fuente beeindruckend
Die Herausforderung könnte aber nicht größer sein. Seit dem Amtsbeginn von De la Fuente im Jänner 2023 hat Spanien von 48 Länderspielen nur drei verloren, bei Welt- und Europameisterschaften keines. Seit einem 0:1 gegen Kolumbien im März 2024 ist der Europameister in 37 Matches aus dem Spiel heraus ungeschlagen. Die einzige Niederlage setzte es im Finale der Nations League 2025 gegen Portugal im Elfmeterschießen.
Unter De la Fuente hat Spaniens Team sein einzigartiges Passspiel beibehalten, spielt im letzten Drittel aber vertikaler und ist damit auch torgefährlicher. Zudem besticht die „Furia Roja“ auch defensiv und hat im Turnierverlauf erst ein Gegentor kassiert. „Alles, was wir bei seinem Nationalteam sehen, hoffen wir, auch in unserem zu sehen“, sagte Scaloni über De la Fuente. „Ich bin glücklich für ihn, er verdient es. Er ist ein klasse Kerl“, erklärte Scaloni, der eine tiefe Beziehung zu Spanien hat. Er ist mit der Spanierin Elisa Montero verheiratet, die Familie lebt auf Mallorca.
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