Wenn Titelverteidiger Argentinien und Europameister Spanien am Sonnta (21 Uhr) um den wichtigsten Titel im Fußballspielen, duellieren sich nicht nur Lionel Messi und Lamine Yamal. Dani Olmo, Spaniens Nummer 10, kurbelt als Spielmacher nicht nur Barcelona, sondern auch die bei der WM in Nordamerika bisher so souveräne spanische Nationalmannschaft an.
Für Olmo verlief das Turnier wie ein Spiegelbild seiner Karriere: „Ich musste mich immer wieder beweisen. Aber das ist kein Problem. Das ist das, was ich von mir selbst verlange“, sagt der 28-Jährige. Im ersten Gruppenspiel Spaniens, dem enttäuschenden 0:0 gegen Kap Verde, saß Olmo noch auf der Bank. Ab dem Sechzehntelfinale gegen Österreich (3:0) stand er stets in der Startelf, im Halbfinale spielte er beim 2:0 gegen Frankreich herausragend.
Höchstes Lob von Fabregas
Olmo ist bei der WM noch ohne Torerfolg, die Wertschätzung mindert das nicht. „Er ist der beste Spieler in Spanien“, urteilte Ex-Nationalspieler Cesc Fabregas. „Es geht nicht um Tore oder Vorlagen. Es ist seine Intelligenz. Spieler wie er spielen nicht nur Fußball. Sie lösen Probleme.“ Für Frankreich stellte Olmo ein unlösbares Problem dar. „Ein Dolch, unsichtbar für das Radar des Gegners“, schrieb das Portal „El Espanol“ über Olmos Spielweise. 29 seiner 30 Pässe kamen an, darunter die Vorlage zum 2:0. Doch seine Leistung gehe über die Zahlen hinaus.
Trainer Luis de la Fuente beschreibt Olmo als „Fußball-Genie“. Und doch war dies lange verkannt worden. Vor zwölf Jahren verließ er mit 16 La Masia, die berühmte Nachwuchsschule des FC Barcelona. Sein Ziel: Dinamo Zagreb. Ins Detail über die Umstände des Wechsels ging Olmo öffentlich nie. Letztlich war es ein erfolgreicher, wenn auch ein harter Weg. „Es gab schwierige Momente. Meine Mutter und ich waren ein wenig einsam“, sagte Olmo einmal. „Nur sie weiß, wie es uns dort ergangen ist. Ihr kommen heute noch die Tränen, wenn sie sich daran erinnert.“
Zagreb und Leipzig prägten
Fünfeinhalb Jahre verbrachte Olmo in Kroatien, spielte sich über die zweite Mannschaft zu den Profis. Bereut hat er den Wechsel nach eigener Aussage nie. „Ich wäre nicht der Spieler, der ich heute bin, wäre ich nicht dort geblieben“, sagte Olmo. In Kroatien herrschte eine ganz andere Fußballkultur: „Ich habe physisch viel gelernt. Und ich habe als 16-Jähriger mit Nationalspielern trainiert, die schon bei Weltmeisterschaften im Einsatz standen.“
Dann wechselte er für letztlich über 30 Millionen Euro nach Leipzig. Ein gutes Investment für die Sachsen, die ihre Investition trotz Olmos Verletzungsanfälligkeit nach vier Jahren fast verdoppelten. „Leipzig war wie ein Zuhause für mich. Es war ein wichtiger Teil meiner Karriere. Da bin ich gereift, habe Titel gewonnen“, sagt Olmo. Sein Ziel sei immer die Rückkehr nach Barcelona gewesen. Im August 2024 erreichte Olmo dieses Ziel. Nach dem EM-Triumph 2024 greift er nun auch nach dem WM-Titel.
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