Lokalaugenschein

„Geister-Rohbau“ in Tirol nimmt jetzt Gestalt an

Tirol
18.07.2026 07:47

„Gut Ding will Weile haben“, besagt ein altes Sprichwort. In diesem Fall dauert die Weile länger als ursprünglich geplant. Gemeint ist mit dem Fall die – unter aufmerksamen „Krone“-Lesern schon berühmte – „Geister-Baustelle“ in Innsbruck-Igls.

Wie berichtet, wurde mit dem Projekt, das ursprünglich auf den Namen „Très Chic“ (sehr schick) getauft wurde, im Jahr 2022 begonnen. Doch dann krallte sich der Pleitegeier die ausführende Firma UMFELD architectural environments.

Ab Mitte des Jahres 2024 stand der Rohbau völlig verwaist da. In der Folge meldeten sich auch diverse Anrainer in der Redaktion. „Das Erdgeschoß, Wohnungen und die Tiefgarage stehen seit mehr als zwei Jahren ständig unter Wasser. Teilweise mehr als 60 oder 70 Zentimeter. Die Quelle sorgt für steten Nachfluss, besonders bei Regen“, beklagte sich eine von ihnen.

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Im Zuge des Insolvenzverfahrens wurde das Objekt an einen anderen Bauträger verkauft.

Klaus Schaller

Neuer Bauträger führte Projekt ab Oktober fort
Die erlösende Nachricht für die verzweifelten Anrainer kam dann im Oktober des Vorjahres. „Im Zuge des Insolvenzverfahrens wurde das Objekt an einen anderen Bauträger verkauft. Zusammen mit diesem stellen die Eigentümer das Projekt nun fertig“, erklärte Klaus Schaller, Regionalleiter West vom Kreditschutzverband von 1870, auf Nachfrage.

Der „Geister-Rohbau“ vor über einem Jahr ...
Der „Geister-Rohbau“ vor über einem Jahr ...(Bild: Johanna Birbaumer)
... und heute.
... und heute.(Bild: Christof Birbaumer)

Für den Experten war dies „ein positives Beispiel dafür, wie eine Bauträger-Insolvenz doch noch gut ausgehen kann“. Was Schaller nicht sagen konnte, war, um wie viel Geld der „Geister-Bau“ schlussendlich in den Besitz des neuen Bauträgers überging.

Verkehrswertgutachten bezifferte Kosten
Aus einem Verkehrswertgutachten, das der „Krone“ im August 2025 zugespielt worden war, ging jedoch hervor, dass sich bis zu diesem Zeitpunkt die Gesamterrichtungskosten auf 12,3 Millionen Euro brutto beliefen. Aufgelistet waren auch die Kosten der insgesamt 23 Wohnungen, die sich auf rund 13,3 Millionen Euro summierten.

Gebäude wird nach und nach doch „Très Chic“
Vor wenigen Tagen schaute die „Krone“ nach, um zu sehen, wie es um den Baufortschritt bestellt ist. Zwar ist das Projekt immer noch nicht abgeschlossen, doch es nimmt Gestalt an. Die Fenster und Rollläden sind schon eingesetzt, und auch die Fassade macht ein ordentliches Bild. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis der „Geister-Bau“ doch noch „Très Chic“ erstrahlt ...

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