Keine einzige Übergabe

„Wohnen 550“: Umsetzung im Schneckentempo

Politik
17.07.2026 11:15
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Mit großen Worten hatte die Landesregierung vor drei Jahren das Programm „Wohnen 550“ vorgestellt. Dieses sei speziell für junge Menschen ausgelegt, man wolle 300 Starterwohnungen für je 550 Euro Miete errichten. Bis heute ist allerdings noch kein einziger Schlüssel übergeben worden. Die SPÖ fühlt sich mit ihrer Kritik an der Wohnbaupolitik des Landes einmal mehr bestätigt.

„Dass nach drei Jahren noch keine einzige der angekündigten Starterwohnungen für junge Menschen in Vorarlberg fertiggestellt ist, liefert den eindeutigen Gegenbeweis zum ständigen Eigenlob der schwarz-blauen Landesregierung“, poltert SPÖ-Klubobmann Mario Leiter. ÖVP und FPÖ hätten es einmal mehr nicht geschafft, ihr Versprechen einzulösen und ausreichend leistbaren Wohnraum für die Vorarlbergerinnen und Vorarlberg zu schaffen: „Diese Landesregierung betont bei jeder Gelegenheit, dass sich ihr Wohnbauprogramm sehen lassen könne und ausreichend Maßnahmen für leistbares Wohnen gesetzt würden. Die nun vorliegenden Zahlen zeigen jedoch, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Seit drei Jahren warten junge Menschen nun schon auf leistbaren Wohnraum“, ärgert sich der SPÖ-Klubobmann.

Wohnbaupolitischer Flickenteppich
Kritik übt er auch an der Ausgestaltung des Modells. Dass das Land die konkrete Umsetzung den Gemeinden überlasse, führe zu einem wohnbaupolitischen Flickenteppich. „96 Gemeinden bedeuten im Zweifel 96 unterschiedliche Modelle für die Starterwohnungen. Damit produziert Schwarz-Blau ein weiteres Stückwerk im Wohnbau“, so Leiter. Damit das Programm tatsächlich im ganzen Land funktioniere, müssten klare Rahmenbedingungen vorgegeben werden.

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96 Gemeinden bedeuten im Zweifel 96 unterschiedliche Modelle für die Starterwohnungen. Damit produziert Schwarz-Blau ein weiteres Stückwerk im Wohnbau.

Mario Leiter

ÖVP spielt Hausmacht nicht aus
Besonders hart ins Gericht geht der Sozialdemokrat mit ÖVP. Diese stelle im Land immerhin knapp drei Viertel der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister – und schaffe es dennoch nicht, mehr Unterstützung für das Projekt zu mobilisieren: „Gerade einmal in Feldkirch, Bludenz und Hard ist ‘Wohnen 550‘ aktuell ein Thema.“ Die überschaubare Nachfrage aus den Gemeinden werfe die Frage auf, ob das Modell in der derzeitigen Form überhaupt umsetzbar sei. Der zuständige Landesrat Marco Tittler (ÖVP) müsse jetzt endlich in die Gänge kommen, „damit am Ende aus ‘Wohnen 550‘ nicht noch ‘Wohnen 600‘ wird“, schimpft Leiter.

Tittler weist Kritik zurück
Tittler selbst kann mit der Kritik wenig anfangen: Es sei von Anfang an klar gewesen, dass das Modell nicht sofort in ganz Vorarlberg umgesetzt werden könne, gab er gegenüber dem ORF Vorarlberg zu Protokoll. Er gehe jedenfalls davon aus, dass das Ziel von 300 Wohnungen noch in der laufenden Legislaturperiode erreicht werde. Immerhin: Die ersten 44 Wohnungen dürften im kommenden Jahr übergeben werden.

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