Ein hartes Marktumfeld und teure Werksschließungen belasten das Ergebnis des Vorarlberger Lichtkonzerns Zumtobel. Dank eines rigiden Sparkurses stabilisiert das Unternehmen jedoch seine operative Marge – die Aktionäre müssen dieses Jahr allerdings auf eine Dividende verzichten.
Der Dornbirner Leuchtenhersteller blickt auf ein turbulentes Geschäftsjahr zurück. Weil die Baukonjunktur in Europa spürbar schwächelt und vor allem die Industrie bei Investitionen auf der Bremse steht, ging der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2025/26 auf rund 1,04 Milliarden Euro zurück. Vor allem in den europäischen Kernmärkten hielten sich die Kunden merklich zurück, während die Regionen Amerika und Nahost immerhin für positive Impulse sorgen konnten. Dass das operative Ergebnis mit einem bereinigten Betriebsgewinn von 42,4 Millionen Euro dennoch weitgehend stabil gehalten werden konnte, verdankt das Unternehmen einem konsequenten Sparkurs.
„Das Marktumfeld im Geschäftsjahr 2025/26 war herausfordernd, insbesondere in unseren europäischen Kernmärkten und im Industriesektor“, bilanziert Konzernchef Alfred Felder. „Gleichzeitig zeigen unsere Effizienzmaßnahmen erste Wirkung. Trotz rückläufiger Umsätze konnten wir unsere Bruttomarge verbessern und die Kostenbasis reduzieren. Für das Geschäftsjahr 2026/27 liegt unser Fokus klar auf konsequenter Transformation, operativer Exzellenz und profitablen Wachstumsfeldern.“
Komponentengeschäft hart getroffen
Unterm Strich verlief das Jahr für die verschiedenen Geschäftsbereiche sehr unterschiedlich. Während sich die Kernsparte für fertige Lichtlösungen überraschend robust präsentierte und den operativen Gewinn trotz des Umsatzrückgangs sogar leicht steigern konnte, geriet das Zuliefersegment für Komponenten durch die schwache Industriekonjunktur heftig unter Druck. Der Jahresgewinn der Gruppe schrumpfte dramatisch von zuvor über 15 Millionen Euro auf nur noch eine Million Euro zusammen.
Neben dem schwierigen Marktumfeld belasteten vor allem teure Sondereffekte in Höhe von gut 19 Millionen Euro das Ergebnis. Zumtobel musste tief in die Tasche greifen, um Werke in den USA und Frankreich zu schließen, das Effizienzprogramm zu finanzieren und Abschreibungen vorzunehmen. Angesichts dieses dünnen Gewinns sollen die Aktionäre leer ausgehen. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen vor, die Dividende für dieses Jahr komplett zu streichen.
Konzepte für die Zukunft
Felder blickt dennoch optimistisch in die Zukunft. Dann will Zumtobel verstärkt auf die energetische Sanierung von Altbauten, intelligente und vernetzte Lichtsysteme sowie strategische Partnerschaften mit Technologieriesen wie Siemens, ABB und Legrand setzen. Auch im sportlichen Bereich sieht der Konzern große Chancen und will mit spezialisierten Flutlichtlösungen weltweit Stadien beleuchten.
Wechsel an der Führungsspitze
Produktionsvorstand Bernard Motzko wird das Unternehmen im kommenden Herbst wie geplant nach acht Jahren verlassen. Seine Aufgaben werden künftig innerhalb der bestehenden Struktur aufgeteilt. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 gibt sich der Vorstand vorsichtig. Wegen der verhaltenen Konjunktur und geopolitischer Unsicherheiten rechnet das Management mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres sowie einer operativen Marge zwischen drei und fünf Prozent.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.