Prozess vertagt

„Tunnelblick“ brachte Extremraser eine Mordanklage

Oberösterreich
14.07.2026 19:30

Deutscher muss sich in Wels (OÖ) nach einer Wahnsinnsfahrt vor Gericht verantworten. Auf der Welser Autobahn soll er mit 150 km/h auf einen Bauarbeiter zugefahren sein, danach folgte eine 160 Kilometer lange Verfolgungsjagd mit der Polizei. Zum Mordversuch bekannte er sich beim Prozessauftakt nicht schuldig.

Er sei ins Auto gestiegen und wollte einfach nur weit weg. Weil der Deutsche am 9. Februar auf der Welser Autobahn (A 25) aber eine Sperre missachtet hatte, wurde aus der Flucht vor Geldsorgen eine filmreife Flucht vor der Polizei: „Man kann sich das so vorstellen wie in Hollywoodstreifen“, so Anklägerin Kerstin Kutsam.

Wilde Verfolgungsjagd über 160 Kilometer
Der 30-Jährige war am Dienstag im Landesgericht Wels wegen Mordversuch angeklagt. Ein Arbeiter konnte erst in allerletzter Sekunde zur Seite springen. Die Wahnsinnsfahrt zog sich über 160 Kilometer mit bis zu 240 km/h. Dabei habe er mehrmals versucht, Polizeiautos zu rammen. Gestoppt wurde er erst, als sein Auto in Altlengbach (NÖ) eingekesselt war.

Neurotische Neigung
Verteidiger Michael Lanzinger sprach von einer neurotischen Neigung und einem „Tunnelblick“ seines Mandanten. Einen Mordversuch stritt er ab. Am Nachmittag trug Adelheid Kastner ihr Gutachten vor, Zeugen wurden gehört. Für Plädoyers und Urteil wurde vertagt. Das Prozessfinale soll dann am 8. September stattfinden.

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