Klassiker trotzt Trend

16 Prozent Minus! Porsche-Verkäufe brechen ein

Wirtschaft
15.07.2026 10:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Autobauer Porsche will Tausende Stellen abbauen und hat jetzt in der ersten Jahreshälfte auch noch deutlich weniger Autos verkauft – um 16 Prozent! Nur ein Modell begeistert die Käufer nach wie vor, die Verkäufe stiegen um ein Fünftel.

Rund 122.300 Fahrzeuge lieferte Porsche im ersten Halbjahr 2026 an die Kunden aus – das sind 16 (!) Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2025, teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Porsche liege damit aber immer noch im Bereich der eigenen Erwartungen, sagte Vertriebsvorstand Matthias Becker. 

Besonders schlecht lief es für Porsche in den vergangenen Monaten in China. Nur rund 14.500 Fahrzeuge wurden dort an Kunden übergeben – um ein Drittel weniger als noch im ersten Halbjahr 2025. Aber auch in den anderen Teilen der Welt knirschte es: In den Übersee- und Wachstumsmärkten wie Afrika, Lateinamerika, Australien, Südkorea und Japan brachen die Verkäufe um fast ein Fünftel ein. In Europa wurden um 14 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft.

Klassiker ist beliebtestes Modell
Während die Verkäufe bei den meisten Modellen sanken, ist ein Modell bei den Kunden immer noch sehr beliebt: Der Sportwagenklassiker 911. Das Modell verkaufte Porsche mehr als 30.500 Mal – um fast ein Fünftel häufiger als im ersten Halbjahr 2025.

Das meistverkaufte Porsche-Auto war der SUV Cayenne, insgesamt wurden mehr als 38.100 Fahrzeuge verkauft – das waren aber immer noch um neun Prozent weniger als noch von Jänner bis Juni 2025. Das Verkaufsminus könnte daran liegen, dass das E-Modell eingeführt wurde, das aktuell an erste Kunden ausgeliefert wird.

Becker sagte nichts dazu, wie sich die Verkäufe bis Ende des Jahres voraussichtlich entwicklen werden. Er verwies nur auf den Kapitalmarkttag im Oktober. Da werde Porsche-Chef Michael Leiters seine Strategie für das Unternehmen und die Modellpalette vorstellen.

Tausende Jobs betroffen
Porsche will jetzt offenbar sparen, wo es nur geht. Schon im März hatte Porsche-Chef Leiters zusätzlich zu einem ersten Sparpaket einen weiteren Stellenabbau angekündigt. Denn bis 2029 sollen in der Region Stuttgart bereits rund 1900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Auch die Verträge von etwa 2000 befristeten Angestellten sind ausgelaufen. Außerdem hatte Porsche im Mai angekündigt, drei Tochterfirmen zu schließen – was weitere 500 Beschäftigte betrifft. Laut einem Bericht des „Handelsblattes“ vom Juli könnten jetzt noch 4000 weitere Jobs betroffen sein.

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