Wie kann man Häuser, Betriebe und Lebensgrundlagen in Zukunft schützen? Zum Thema Extremwetter und den Folgen startete die Tiroler Versicherung eine Gesprächsreihe. Eine wichtige Rolle spielen Böden und wie damit umgegangen wird.
„Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr, sondern spürbare Realität“, mahnt Isolde Stieg, Vorstandsdirektorin der Tiroler Versicherung. Bei Schadensfällen nach Starkregen, Hagel, Sturm oder Hitzeperioden wolle man natürlich unterstützen. Aber schon vorher sei Information und Prävention nötig. Daher habe man nun die Expertenreihe „Extremwetterfestes Tirol im Gespräch“ gestartet.
Als Versicherer sehen wir, wo Risiken entstehen und wo Prävention wirkt. Wir wollen jedenfalls nicht erst im Schadenfall unterstützen.

Isolde Stieg, Vorstandsdirektorin Tiroler Versicherung
Bild: Christof Birbaumer
„Wir können von Tirol aus nicht das Weltklima verändern“, sagt Vorstand Franz Mair, „aber wir können entscheiden, wie widerstandsfähig unser Land gegenüber den Folgen der Erderwärmung ist.“
Verbaute Flächen nutzen statt Grünland opfern
Kurt Weinberger, Vorstand der Österreichischen Hagelversicherung, warnte vor anhaltendem hohem Bodenverbrauch: „Unverbauter Boden ist ein natürlicher Schutz. Wer Agrarflächen verbaut, entzieht sich langfristig selbst die Lebensgrundlage.“ Konkret müsse man weniger Flächen versiegeln, mehr in die Höhe oder Tiefe bauen, Leerstand sanieren und bereits verbaute Flächen besser nutzen.
Täglich zweieinhalb Fußballfelder versiegelt
In Tirol werden täglich rund 1,8 Hektar Boden verbaut oder versiegelt – eine Fläche von etwa zweieinhalb Fußballfeldern. Asphaltierte Parkplätze, Straßen oder Gewerbegebiete können Regenwasser kaum aufnehmen. Bei Starkregen fließt das Wasser oberflächlich ab, Bäche schwellen schneller an und Überflutungen werden wahrscheinlicher. Zudem gehen wertvolle landwirtschaftliche Flächen für die regionale Lebensmittelversorgung und als natürlicher Wasserspeicher verloren.
Wir sägen an unserem eigenen Ast. Deshalb müssen wir endlich umdenken und nicht immer weitere Grünflächen opfern.

Kurt Weinberger, Österreichische Hagelversicherung
Bild: Österreichische Hagelversicherung
Ein Hageltag kann Millionenschäden verursachen
Heuer blieben große Hagelereignisse zum Glück noch aus. Allein am 26. Juni des Vorjahres gab es allerdings Schäden in der Tiroler Landwirtschaft (vor allem im Unterland) in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Die österreichweiten Schäden stiegen zuletzt stark – von ungefähr 50 Millionen Euro vor 20 Jahren auf zuletzt mehr als 250 Millionen Euro.
Weitere hochkarätige Referenten beim Auftakt der Gesprächsreihe waren der bekannte Meteorologe Andreas Jäger und Naturgefahren-Spezialist Hans Starl. Im Herbst ist der zweite Teil geplant.
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