Eine Mutter schlägt Alarm: Die Betreuungsstelle für die Kleinsten im Ort schließt bis Ende des Jahres. Zur Eingewöhnung wollte sie ihren kleinen Sohn im Herbst dort anmelden. Doch die Fortführung der Stelle wäre nicht mehr rentabel, heißt es.
Es war ein Riesen-Schock, beschreibt eine Mutter aus Königstetten bei Tulln den Moment, als ihr kleiner Sohn doch keinen Kindergartenplatz bekam. Der Hintergrund: die Gemeinde wollte den Standort von der Volkshilfe eigentlich Ende 2026 übernehmen – „es zahlt sich aber gar nicht aus“, heißt es sehr ehrlich seitens des Bürgermeisters. „Nicht, weil wir nicht gerne die Möglichkeit anbieten wollen, aber weil bei den unter Zwei-Jährigen zu wenig Nachfrage im Ort haben“.
Was Ortschef Ronald Gutscher vorrechnet, klingt wirtschaftlich nachvollziehbar: Kommenden Herbst wären überhaupt nur mehr zwei bis drei Kinder aus Königstetten angemeldet gewesen. „Normalerweise hatten wir zumindest sieben bis acht Kinder aus den umliegenden Orten“. Auch die Pädagogin der Volkshilfe bestätigt den Baby-Mangel gegenüber der „Krone“.
Bis Ende 2027 möchte die ÖVP-FPÖ geführte Landesregierung insgesamt 865 neue Gruppen in Kindergärten und Tagesbetreuungseinrichtungen zusichern. In Kindergärten haben dabei Kinder ab Zwei Jahren Platz, in Tagesbetreuungseinrichtungen Kleinkinder von Null bis Drei. Letztere werde in der Gemeinde Königstetten mit Jänner 2027 geschlossen.
Bereits das erste Kind der betroffenen Mutter besuchte ab dem Alter von zwei Jahren die Kindertagesstätte. „Dort hat meine Tochter wunderbare Pädagoginnen kennengelernt. Die Herzlichkeit und Geborgenheit waren deutlich spürbar. Als Mutter ist es unheimlich wichtig zu wissen, dass das eigene Kind gut aufgehoben ist“, erzählt die Mutter. Im Ort gibt es auch einen Landeskindergarten – dort könnte ihr Sohn aber erst ab dem Alter von zwei Jahren hingehen.
Wir haben im Ort zwei Mehrfamilienhäuser geplant, die bis dato nicht errichtet wurden. Das könnte ein Mitgrund für sinkende Kinderzahlen sein.

Bürgermeister Ronald Gutscher
Bild: Gemeinde Königstetten
Kind bekam Platz im Nebenort
Auf Empfehlung der Gemeinde wandte sie sich an umliegende Gemeinden. Doch auch dort sei die Situation ungewiss gewesen. In Muckendorf-Wipfing bekam ihr Sohn vor wenigen Tagen doch einen Platz zugesichert – die Mutter ist dennoch verärgert: „Es heißt immer man soll so schnell wie möglich wieder arbeiten, – und dann schließt man Betreuungseinrichtungen?“
In den vergangenen zehn Jahren seien schlichtweg zu wenig junge Familien zugezogen, erklärt der Bürgermeister. Die Gegend rund um Wien sei zwar ein Magnet für Familien mit Kindern, in Königstetten habe man aber wohl aktuell zu wenig Wohnraum, wo sie diese auch großziehen könnten.
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