Schäden in NÖ

„Fleißige Biber“ machen den Bauern Sorgen

Niederösterreich
10.07.2026 05:00

Äcker unter Wasser, abgenagte Bäume und Kulturen entlang der Bach- und Flussläufe in Niederösterreich: Landwirte schlagen wegen der Nagetiere Alarm und fordern mehr Eingriffe!

Vernässte Felder, untergrabene Böschungen und angefressene Kulturen sorgen für immer mehr Ärger in der agrarischen Welt. „Wir brauchen eine deutlich schärfere Biber-Verordnung“, fordert Niederösterreichs Landwirtschaftskammerpräsident Johannes Schmuckenschlager.

Seine Beweggründe für diesen Alarmruf: Das Nagetier stehe unter strengem Schutz – doch für immer mehr bäuerliche Betriebe werde der geschickte Baumeister zum Problemfall. Konkret: Dämme setzen Äcker unter Wasser, Gänge untergraben Böschungen und Wege, wertvolle Kulturen werden beschädigt.

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Wir brauchen dringend eine Populationsregulierung. Denn die Schäden auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen nehmen inzwischen immer stärker zu.

Niederösterreichs LK-Präsident Johannes Schmuckenschlager

„Nicht zulasten der Landwirte“
„Der Schutz des Bibers darf nicht zulasten unserer Landwirte gehen. Wo massive Schäden entstehen oder drohen, braucht es rasche, unbürokratische und praxistaugliche Eingriffsmöglichkeiten“, erklärt Schmuckenschlager. Nach dem Vorbild Oberösterreichs sollen problematische Dämme leichter entfernt und – wenn erforderlich – Bestände reguliert werden können. Zusätzlich fordert die Kammer Entschädigungen sowie Förderungen für Präventionsmaßnahmen.

Naturschützer kritisch
Naturschützer sehen die Forderungen nach einer Lockerung der Eingriffsmöglichkeiten kritisch. Für sie ist der Biber einer der wichtigsten „Landschaftsgestalter“ Europas. Mit seinen Dämmen und Teichen schafft er wertvolle Feuchtgebiete, die Amphibien, Insekten, Fischen und zahlreichen weiteren Tierarten als Lebensraum dienen.

Gleichzeitig halten die Bauwerke Wasser länger in der Landschaft, fördern die Grundwasserbildung und können bei Starkregen sowie Trockenperioden die Folgen von Extremwetter abmildern. Aus Sicht des Naturschutzes sollte daher der Fokus auf einem gezielten Konfliktmanagement und wirksamen Präventionsmaßnahmen liegen – und nicht auf einer stärkeren Regulierung der Bestände.

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