Die Österreich-Rundfahrt feiert ein Jubiläum. Zum 75. Mal rollt sie ab Mittwoch mit fünf Etappen durch unser Land. Dienstagabend wurden die Teams in Graz feierlich präsentiert. Das Radrennen ist aber viel mehr als eine simple Sportveranstaltung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Österreich in Trümmern, die Wirtschaft war zerstört und die Gesellschaft tief gespalten. Die Rundfahrt gab den Menschen Hoffnung, ein Gefühl der Normalität und neue Sporthelden
Hunderttausende Menschen säumten bei der ersten Rundfahrt 1949 die Straßen zwischen den Schuttbergen im Wiederaufbau, als Richard Menapace in Wien als Sieger das Ziel erreicht. In den 1970er-Jahren elektrisierte das Duell Wolfgang Steinmayr gegen Rudi Mitteregger das Land.
STRECKE: 1. Etappe (Mittwoch, 8. Juli): Graz – Gamlitz (188 km). Start: 11:20. Ziel: 15.40 Uhr. 2. Etappe (9. Juli): Bad Kleinkirchheim – Großglockner (Kaiser Franz-Josefs-Höhe). Start: 11 Uhr. Ziel: 15.15 Uhr. 3. Etappe (10. Juli): Lienz – St. Johann/Alpendorf (189,5 km). Start: 10.40 Uhr. Ziel: 14.45 Uhr. 4. Etappe (11. Juli): Steyr – Steyr (170,5 km): Start: 13 Uhr. Ziel: 16.50 Uhr. 5. Etappe: Langenlois – Wien (109 km). Start: 13.30 Uhr. Ziel: 15.45 Uhr.
DIE LETZTEN SIEGER: 2025: Del Toro (Mex). 2024: Ulissi (It). 2023: Narvaez (Kol). 2022: Absage. 2021: Absage. 2020: Absage. 2019: Hermans (Bel).
Ganz so viele Zuschauer werden jetzt nicht an die Strecke kommen. „Wir hatten zuletzt beim Giro d’Italia so viel Unterstützung bekommen. Ich hoffe, dass uns jetzt auch hier in Österreich viele Leute anfeuern“, sagte Gregor Mühlberger bei der feierlichen Team-Präsentation in Graz.
„In der Form meines Lebens“
Der 32-jährige Wahl-Salzburger bestreitet die Ö-Tour in einer besonderen Mission. In Italien war er als Edel-Helfer von Giro-Held Felix Gall im Einsatz, jetzt soll er als Nationalteam-Kapitän den ersten Heimsieg seit 2013 (Riccardo Zoidl) einfahren: „Ich bin in der Form meines Lebens. Ich möchte unbedingt gewinnen.“
Eine „gmahde Wiesn“ ist das Rennen für Mühlberger als einen der besten Kletterer trotz der Bergankunft am Glockner nicht. Im Starterfeld sind mit dem Schweizer Christen, dem Spanier Rodriguez und dem Briten Geoghegan Hart nämlich hochkarätige Party-Crasher dabei. Die Ö-Tour 2026 hat aber mehr als Österreichs größten Berg zu bieten. Heute warten in den weststeirischen Hügeln 2716 Höhenmeter. „Eine gefährliche Etappe. Vor allem liegen mir kurze, giftige Anstiege nicht“, verrät Mühlberger.
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