Schönste Wanderrouten

Das wilde Klostertal in der Silvretta

Vorarlberg
10.07.2026 11:32

Das Klostertal kennt in Vorarlberg jeder. Das „Klostertal in der Silvretta“ hingegen ist ein schmales, hochalpines Seitental südlich der Bielerhöhe. Durch das Gebiet fließt ein rauschender Wildbach, an dessen Ufer man durch diese hochalpine Landschaft wandert.

Nach der Gipfeltour auf den Bielerspitz geht es für den heutigen Wandertipp erneut in die Silvretta – diesmal allerdings ohne allzu viele Höhenmeter. Das Ziel ist das wild-schöne Klostertal. Besonders reizvoll gestaltet sich der Weg entlang des rauschenden Klostertaler Bachs, der sich durch die von Gletschern geformte Landschaft schlängelt. Ausgangspunkt ist die Bushaltestelle am Silvretta-See. Allerdings kann man aktuell nicht die direkte Route über das westliche Ufer wählen, sondern muss über das gesamte Ostufer wandern, um zum Eingang des Klostertals zu gelangen. Grund dafür sind Wegbeschädigungen entlang der ersten, direkten Variante.

Tipps und Infos

Typ: landschaftlich reizvolle Wanderung
Dauer: dreieinhalb bis vier Stunden
Ausgangspunkt: Bushalteplatz Silvretta-Stausee
Anforderungen: gute Grundkondition
Ausrüstung: knöchelhohe Wanderschuhe mit guter Profilsohle, Tagesrucksack mit Jause und Getränk, Sonnenschutz, dem Wetter angepasste Kleidung, Wanderstöcke bei Bedarf
Einkehrmöglichkeiten: beim Ausgangspunkt (Silvretta Hotel, Kiosk beim Silvretta Stausee)
Anreise: mit Vermuntbahn ab Partenen und Tunnelbus

Kunstraum im Hochgebirge
Zugänglich ist aber der Tunnel jenseits der Staumauer, welcher unter dem Begriff „Kunstraum2032Silvretta“ als Raum für Inszenierungen unterschiedlicher Art dient. Durch eine flexible Licht- und Soundinstallation kann dieser multifunktional genutzt werden. In „Kunstpausen“ wird für Wanderer und Bergsteiger eine vierstündige Wettervorhersage für das Silvrettagebiet angezeigt. Dabei wird die Wettervorschau audiovisuell mittels Licht- und Soundeffekten dargestellt. Im Winter werden zusätzlich die Lawinenwarnstufen visualisiert.

Türkisblauer See und blühende Bergwiesen
Nach einem kurzen Abstecher in den Tunnel geht es also dem Ostufer des Stausees entlang. Viele Höhenmeter legt man dabei nicht zurück, der Weg um den See verläuft meist eben. Allerdings verlängert sich durch die Umleitung die Tour deutlich. Dennoch entschädigen der Blick auf das türkisblaue Gewässer und zahlreiche blühende Alpenblumen den Mehraufwand. Schließlich, nachdem der See gut zur Hälfte umrundet ist, zweigt man vom Hauptweg ab und orientiert sich an den Wegweisern in Richtung „Klostertaler Hütte“ (Selbstversorgerhütte, Anm.).

Brücke über den Wildbach.
Brücke über den Wildbach.(Bild: Rubina Bergauer)
Wege durchs Klostertal mit Alpenrosen.
Wege durchs Klostertal mit Alpenrosen.(Bild: Rubina Bergauer)
Der Klostertaler Bach.
Der Klostertaler Bach.(Bild: Rubina Bergauer)

Namensherkunft ist unklar
Obwohl das hochalpine Klostertal in der Silvretta denselben Namen trägt wie das Klostertal zwischen Bludenz und dem Arlberg, gibt es weder einen geografischen Zusammenhang noch ist eine historische Verbindung belegt. Während der Talname auf das mittelalterliche Hospiz in Klösterle zurückgeht, bleibt die Herkunft der Bezeichnung des Silvretta-Klostertals unklar – die zwei Gebiete liegen auch viele Kilometer voneinander entfernt und sind unter anderem durch das Montafon und die Verwallgruppe getrennt. Die wahrscheinlichste Theorie besagt, dass der Name durch die historischen Saumpfade und die Verbindung zum Schweizer Kanton Graubünden entstand. Denn am Ende des Tals führt ein Übergang über den Klosterpass (auch Rote Furka genannt) in die Schweiz. Auf der Schweizer Seite liegt die Gemeinde Klosters. Es könnte also sein, dass sowohl der Pass als auch das Hochgebirgstal nach diesem Zielort der Säumer benannt worden sind.

Gepunkteter Enzian

Der Gepunktete Enzian (oder Tüpfel-Enzian) zählt zu den auffälligsten Alpenblumen und fällt vor allem durch seine großen, gelblichen Blüten auf, die dicht mit dunkelbraunen bis violetten Punkten übersät sind – ein Merkmal, dem er auch seinen Namen verdankt. Er wächst bevorzugt auf nährstoffreichen, frischen Bergwiesen sowie in alpinen Hochstaudenfluren und ist in den Alpen zwischen etwa 1200 und 2600 Metern Höhe anzutreffen. Die Pflanze gedeiht auf sauren, meist kalkfreien oder kalkarmen Böden und bevorzugt Standorte, die im Frühjahr lange schneebedeckt bleiben. Die Blütezeit reicht je nach Höhenlage von Juli bis September. Bestäubt wird der Gepunktete Enzian vor allem von Hummeln und anderen langrüsseligen Wildbienen, die tief in die röhrenförmigen Blüten eindringen können. Die Pflanze wächst nur langsam und kann viele Jahrzehnte alt werden. Wie andere Enzianarten enthält auch sie bitter schmeckende Inhaltsstoffe, die sie vor Fraßfeinden schützen. Aufgrund ihrer Schönheit und ihres vergleichsweise seltenen Vorkommens gilt der Gepunktete Enzian als charakteristische und besonders bemerkenswerte Pflanze der alpinen Bergwelt.

Wie andere Enzianarten enthält auch der Gepunktete Enzian bitter schmeckende Inhaltsstoffe, die ...
Wie andere Enzianarten enthält auch der Gepunktete Enzian bitter schmeckende Inhaltsstoffe, die sie vor Fraßfeinden schützen.(Bild: Rubina Bergauer)

Schmaler Wanderpfad oder schottrige Güterstraße
Durch das Klostertal führen heute eine schottrige Güterstraße (bis zur Hütte) sowie ein schmaler Wanderpfad, der parallel zum Bach verläuft. Letzterer ist die landschaftlich reizvollere Variante und besonders für den Aufstieg durchs Tal empfehlenswert. Für den Rückweg ist die Güterstraße die knieschonendere Option. Vor dem Aufstieg zur Klostertaler Hütte kommt man zu einem recht imposanten Wasserfall. Kurz danach führt eine schmale Holzbrücke über den rauschenden Wildbach und man hat die Möglichkeit, auf die Güterstraße zu wechseln. Auf dem Weg retour eröffnet sich ein schöner Panoramablick auf das wilde Hochgebirgstal und bald rückt auch das glitzernde Türkis-Blau des Silvretta-Sees wieder ins Blickfeld.

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