Der Nationalrat hat mit den Stimmen der Koalition zwei neue Schulfächer etabliert: „Medien und Demokratie“ sowie „Informatik und Künstliche Intelligenz“. Die Grünen kritisieren eine „PR-Show“, die FPÖ angesichts der möglichen Kürzung von Latein eine „staatlich verordnete Nivellierung nach unten“.
Vorerst ist tatsächlich noch einiges unklar, nur der Umfang der neuen Fächer ist klar. Für „Medien und Demokratie“ sind zwei Wochenstunden vorgesehen, für die um KI erweiterte Informatik eine. Grundsätzlich sollten zwei dieser Stunden auf Kosten der zweiten lebenden Fremdsprache oder Latein gehen. Allerdings kann man diese Fächer schulautonom auch im bisherigen Ausmaß beibehalten.
Schulautonomie wird gestärkt
Dies hob VP-Generalsekretär Nico Marchetti hervor. Er sprach von einem „sehr guten Kompromiss“, schätze er doch die zwei neuen Fächer, aber auch, dass man die zweite Fremdsprache nicht automatisch kürzt. Auch Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) sang ein Loblied auf die Schulautonomie. Diese werde mit der Reform sogar gestärkt. Wenn der Standort das wolle, könne man in Zukunft auch Alt-Griechisch oder Latein verstärkt machen.
Grüne: Zweiter Schritt vor dem ersten
Die zwei neuen Fächer an sich würden auch den Grünen gefallen. Allerdings sieht die grüne Vizeklubchefin Sigi Maurer nur eine „PR-Show“. Denn mit dem Gesetz sei weder das Stundenausmaß noch Inhalte, noch für welche Schulstufe die Gegenstände vorgesehen sind, klar. Wieder einmal werde ein zweiter Schritt vor dem ersten gesetzt.
Reform geht FPÖ viel zu weit
Den Freiheitlichen ist das, was vorliegt, schon bei weitem zu viel. Für FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl flüchtet sich Wiederkehr in modische Überschriften und setzt falsche Prioritäten. Geredet werde hochtrabend über KI, während viele nicht mehr ordentlich lesen, schreiben und rechnen könnten. Wer Latein beschneide und als verstaubtes Relikt abtue, betreibe staatliche Nivellierung nach unten: „Sie zerstören den humanistischen Kern unserer Gymnasien und verhindern, dass sich Exzellenzen herausbilden können“, meinte Brückl in Richtung Wiederkehr.
NEOS: Änderungen gab es immer schon
Der Bildungsminister sieht das gänzlich anders: Er sieht es als Stärkung der humanistischen Bildung an, wenn Themen, die für das Leben wichtiger werden, in der Schule auch Platz bekommen. NEOS-Bildungssprecherin Martina von Künsberg Sarre erinnerte daran, dass es immer schon zu Änderungen im Lehrplan gekommen sei.
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