2,35 Milliarden Euro

Plansee Group: Umsatzplus, aber auch Sorgenfalten

Tirol
07.07.2026 14:03
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Der international agierende Hochleistungswerkstoffhersteller Plansee mit Stammsitz in Breitenwang bei Reutte in Tirol hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 ein Umsatzplus von vier Prozent einfahren können. Der Umsatz erhöhte sich demnach von 2,25 im Geschäftsjahr 2024/2025 auf nunmehr 2,35 Milliarden Euro. Sorgen bereitet der Wolfram-Preis.

Für die Plansee-Gruppe sei das abgelaufene Geschäftsjahr insgesamt „wie eine Navigation auf rauer See mit optimistischem Ausblick in die Zukunft gewesen“, so Vorstandsvorsitzender Karlheinz Wex. „Trotz anhaltender geopolitischer Herausforderungen war es aber eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte.“ So habe man etwa bei den Absatzmärkten eine 25-prozentige Steigerung im Bereich Maschinenbau und ein 13-Prozent-Plus im Segment der Luft- und Raumfahrt verbuchen können. Sorge bereite nach wie vor der Automobil-Absatzmarkt, der um 20 Prozent zurückging.

Unternehmen setzt auf Recycling
Anlass zur Sorge gebe auch der explodierende Wolfram-Preis, der vor allem daraus resultiere, „dass China Netto-Importeur von Wolfram wird“ und damit eine „Verknappung des Wolfram-Angebotes im Westen“ herbeiführt. Hier habe aber glücklicherweise die Plansee-Unternehmensstrategie gegriffen, die hier auf „Recycling“ und das „Sammeln von Wolframschrotten“ basiere.

Zitat Icon

Wolfram ist so etwas wie die Lebensversicherung für die Industrie.

Karlheinz Wex, Vorstandsvorsitzender der Plansee Group

„Wir konnten die Wolfram-Recyclingquote von 88 Prozent im Vorjahr auf nun 92 Prozent erhöhen“, führte Wex aus. Dass das notwendig sei, belegten sowohl Wolfram-Vorkommen als auch Abbau. „50 Prozent der Vorkommen sind in China, 80 Prozent des weltweiten Abbaus finden in China statt“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Das bedeute im Wesentlichen, dass aktuell „die Welt von der Versorgung aus China abhängig ist“.

Erhöhte Eigenkapitalquote, steigende Mitarbeiterzahlen
Unterdessen wurde auch auf andere positive Unternehmenskennzahlen verwiesen. So sei im Wirtschaftsjahr 2025/2026 eine Erhöhung der Eigenkapitalquote erreicht worden. „Diese stieg von 59 auf 60 Prozent“, so Wex. Die Quote sei gemeinsam mit „konstant hohen Investitionen“ Grundlage für ein widerstandsfähiges Unternehmen in durchaus „herausfordernden Zeiten“, die nach wie vor von „Unsicherheiten“ geprägt seien, etwa in Bezug auf Zölle oder kriegerische Konflikte in der Ukraine sowie im Nahen Osten.

Im Geschäftsjahr 2025/2026 wurden rund 145 Millionen Euro investiert. 2024/2025 waren es mit 150 Millionen geringfügig mehr gewesen. Gestiegen ist wiederum der weltweite Personalstand, der sich von 10.890 im Vorjahr auf nunmehr 11.120 Beschäftigte erhöhte.

Optimistische Prognose für nähere Zukunft
Eigenkapitalquote, steigende Umsätze, die anhaltenden Investitionen, gute Mitarbeiter sowie der ebenfalls konstante Neuproduktanteil von 30 Prozent seien es auch, die der Plansee-Gruppe eine nach eigenen Angaben erfolgreiche Behauptung auf einem „volatilen Markt“ ermöglichten. „Obwohl die geopolitischen Herausforderungen noch weiter zunehmen werden, erwarten wir in den nächsten Monaten steigende Umsätze“, erklärte Wex.

Eine solche Steigerung habe es nämlich bereits „im letzten Quartal des abgelaufenen Wirtschaftsjahres“ gegeben. Man setze weiterhin gezielt „Wachstumsimpulse“ und wolle damit im bereits laufenden Wirtschaftsjahr noch einmal über dem heurigen Umsatz bilanzieren, wagte der Vorstandschef eine optimistische Prognose für die nähere Zukunft.

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