„Bin nicht so“

Boxtrainer soll Kinder und Ehefrau geprügelt haben

Gericht
07.07.2026 14:29

Ein Tritt gegen das Schienbein sei nur ein „Klaps auf den Popo“ gewesen, eine Morddrohung gegen die Tochter habe nur ihrem eigenen Wohl gedient. So verteidigt sich am Dienstag ein Ukrainer (38) im Wiener Landl. Dem vierfachen Vater wird eine lange Liste schwerer Vorwürfe vorgelesen. Er weist sie allesamt zurück – und behauptet, für jeden einzelnen eine Erklärung zu haben.

Körperverletzung, Nötigung, gefährliche Drohung und das Ausüben fortgesetzter Gewalt: Wegen dieser Vorwürfe muss sich der Boxtrainer verantworten. In einzelnen Punkten bekennt er sich schuldig. Wofür der aus der U-Haft Vorgeführte allerdings genau ein Teilgeständnis ablegt, bleibt im Prozess zunächst unklar. „Ich bin nicht so eine Person, die so etwas machen würde. Ich möchte das erklären“, sagt er zu Richterin Christina Salzborn – und beginnt, die Vorwürfe aus seiner – teilweise fragwürdigen – Sicht darzustellen.

Morddrohungen und abscheuliche Beschimpfungen
Im Zeitraum zwischen 2023 und 2025 soll es laut Staatsanwaltschaft zu mehreren gewalttätigen Auseinandersetzungen mit seiner Frau und zwei seiner unmündigen Töchter gekommen sein. Dabei sollen auch Sätze gefallen sein wie: „Halt das Maul, du Sch*****“ oder „Ich werde dich in der Donau ertränken“.

Wegen verstecktem Geld den Notruf gewählt
Der Ukrainer erklärt die Vorwürfe mit der schwierigen Schwangerschaft seiner Frau. Sie sei depressiv geworden, danach sei vieles bergab gegangen. Einer der Vorfälle soll sich im Februar 2023 ereignet haben, als die Polizei zur Wohnung gerufen wurde. Laut Aussage der Ehefrau habe es einen Streit um Geld gegeben – dabei soll ihr Mann sie geschlagen haben.

Seine Version der Ereignisse klingt anders: Er habe seinem Patenkind ein Geschenk kaufen wollen. Weil seine Frau das Kind nicht möge, habe sie das Geld versteckt. Um die Rückgabe der Bankomatkarte zu erzwingen, habe er den Notruf gewählt.

Zitat Icon

Ich habe meine Frau noch nie geprügelt. Ich liebe meine Frau, sie hat mir vier Kinder geschenkt.

Beteuert der Angeklagte (38) vor Gericht.

Im Prozess beteuert der 38-Jährige: „Ich habe meine Frau noch nie geprügelt. Ich liebe meine Frau, sie hat mir vier Kinder geschenkt.“ Einer der Töchter zufolge soll er der Mutter jedoch bereits zuvor gedroht haben, sie so lange zu schlagen, bis sie tot sei.

Frau hätte die Tochter blutig geschlagen
Auch der Vorwurf, er habe seiner damals 13-jährigen Tochter mehrfach ins Gesicht geschlagen, bis ihre Lippe aufgeplatzt sei, wird zurückgewiesen. „Meine Frau hat sexuelle Notizen bei meiner Tochter gefunden. Das hat ihr nicht gefallen“, sagt der Angeklagte.

Und wie kam es zu der Drohung, seine Tochter in der Donau zu ertränken? „Das habe ich nicht böse gesagt“, erklärt der Vater. „Wie kann man das auf liebevolle Art sagen?“, fragt Salzborn nach. Daraufhin berichtet der 38-Jährige von einem von ihm behaupteten Suchtmittelkonsum seiner Tochter.

Fotos und Audioaufnahmen als Beweismittel
Weitere Vorwürfe stehen noch im Raum. Gesammelte Audioaufnahmen und Fotos sollen als Beweismittel dienen. Die Dateien müssen jedoch zunächst neu übersetzt und gesichtet werden. Der Prozess wird am 3. August fortgesetzt.

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