Initiative fordert

Medienbildung: Eigenes Fach und mehr Stunden dafür

Innenpolitik
03.03.2026 20:09

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) will bekanntlich Lateinstunden kürzen und Künstliche Intelligenz im Lehrplan verankern. Eine Initiative fordert nun sogar mehr als zwei Stunden dafür – und will ein eigenes Unterrichtsfach.

Weniger Latein, dafür mehr KI am Stundenplan – nachdem die „Krone“ zuerst über die Reformpläne von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) berichtete, startete eine breite Debatte. Latein kürzen? Das ließ Autoren wie Elfriede Jelinek, Peter Handke und andere aufschreien.

„Manche haben zwar die Lateinkürzung kritisiert, niemand hat aber kritisiert, dass es mehr Medienbildung braucht“, erinnert Christian Swertz, Professor für Medienpädagogik an der Uni Wien. Er ist Teil einer Initiative, die sich für ein eigenes Fach starkmacht. „In zwei Stunden kann man die grundlegenden Ideen vermitteln, aber eigentlich bräuchte es noch viel mehr als zwei Unterrichtsstunden dafür“, sagt er zur „Krone“. Wiederkehr plant ja, bei Latein eine Stunde zu kürzen und dafür den Informatikunterricht um Medienbildung zu erweitern. 

„Eigenes Medienverhalten wird nicht hinterfragt“
Mit dem Fach „Digitale Grundbildung“ in Unterstufen sei laut Uni-Professor Swertz ein Fundament gelegt worden, auch für Kindergärten und Volksschulen gäbe es Richtlinien zur digitalen Kompetenzvermittlung, nun sei es in der AHS-Oberstufe an der Zeit. „Es ist wichtig, das jetzt im Lehrplan zu verankern. Schülerinnen und Schüler werden diese Kompetenzen künftig auch in ihren Jobs brauchen.“ Es gehe um den richtigen Umgang, das eigene Nutzungsverhalten und eine kritische Auseinandersetzung. Interessant laut Swertz: Die meisten Menschen würden ihren eigenen Medienkonsum als unproblematisch beschreiben, den von anderen hingegen als problematisch.

Vulnerable Lebensphase
„Die Kindheit und Adoleszenz sind sehr vulnerable Lebensphasen“, ergänzt Béa Pall von der Initiative. Die Psychotherapeutin ist Präsidiumsmitglied des Bundesverbands für Psychotherapie. Man lerne in dem Alter emotionale Selbstregulation, Frustrationstoleranz und baue den eigenen Selbstwert auf. Die Gefahren durch intensive Mediennutzung steigen hier besonders für jene Kinder, die sowieso schon belastet sind – „es ist wichtig zu verstehen, wo bin ich gefährdet und wie merke ich das?“ Pall hält außerdem begleitende Elternabende für sinnvoll: „Auch Eltern brauchen dazu Aufklärung und Unterstützung!“ 

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