„Hybrid-Produktion“

KI-Figur Tilly Norwood erhält ihre erste Filmrolle

Society International
07.07.2026 07:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine umstrittene, von Künstlicher Intelligenz generierte Figur mit dem Namen Tilly Norwood wird erstmals in einem Filmprojekt eingesetzt. Der geplante Film „Misaligned“ sei ihr erster abendfüllender KI-Spielfilm und die erste Produktion, in der Norwood „die Führung“ übernehme, gab das in London ansässige KI-Studio Particle 6 bekannt. Der als Comedy-Drama beschriebene Film befinde sich nun in der Entwicklung, hieß es weiter.

Es sei eine „Hybrid-Produktion“ mit traditionellen Film- und Fernsehtalenten, darunter Regisseure und Autoren sowie KI-Spezialisten. Laut der Beschreibung spielt die Story in einer digitalen Welt namens „Tillyverse“, in der die KI Tilly plötzlich in eine Krise gerät und menschliche Gefühle und Sehnsüchte entwickelt.

„Mit Tilly Norwood wollten wir der Kreativbranche von Anfang an aufzeigen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt mit KI alles machbar ist“, sagte die Unternehmerin und Gründerin von Particle 6, Eline van der Velden, in einer Mitteilung.

Auf Instagram präsentiert sich Tilly Norwood fast wie eine echte Schauspielerin:

Umstrittene KI-Figur
Die dunkelhaarige KI-Figur war 2025 beim Industrietreffen des Züricher Film Festivals vorgestellt worden. Van der Velden sagte damals dem Magazin „Broadcast International“: „Wir wollen, dass Tilly die nächste Scarlett Johansson oder Natalie Portman wird.“

  In Hollywood gab es empörte Reaktionen. Die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA wählte deutliche Worte: „Tilly Norwood ist keine Schauspielerin.“ Sie sei eine Figur, die von einem Computerprogramm generiert wurde, das auf der Arbeit unzähliger Darsteller aufbaue, ohne Erlaubnis oder Vergütung.

„Sehr, sehr beunruhigend
Auch Filmschaffende übten Kritik, darunter Morgan Freeman oder Emily Blunt. Im Interview mit dem Magazin „Variety“ wurden ihr Aufnahmen von Norwood gezeigt. „Das ist KI? Meine Güte, wir sind verloren. Das ist sehr, sehr beunruhigend“, sagte Blunt damals.

Freeman sagte über die Figur: „Niemand mag sie, weil sie nicht real ist, also wird das nicht klappen in Filmen oder im Fernsehen.“

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