1945 über Innsbruck

Als die US Air Force den Bombenkrieg analysierte

Tirol
06.07.2026 17:00

Das Ausmaß der Kriegszerstörungen in österreichischen und deutschen Städten wurde 1945 von der US Air Force penibel dokumentiert. Davon erzählen detailreiche Luftbilder. Der intakte Eindruck der Tiroler Landeshauptstadt auf diesem Bild trügt.

Das Ausmaß der Kriegszerstörungen in österreichischen und deutschen Städten wurde von der US Air Force penibel dokumentiert. „1945 entstanden daher extrem scharfe und detailreiche Schräg- und Senkrechtluftbilder“, teilt Einsender Wolfgang Kluibenschädl mit.

22 Luftangriffe auf Innsbruck
Laut Statistiken waren 60 Prozent aller Wohnungen in der Stadt zerstört oder beschädigt, großteils allerdings in den Bereichen Hauptbahnhof, Westbahnhof und Innenstadt (hier nur teilweise im Bild). Bei den 22 Luftangriffen zwischen dem 15. Dezember 1943 und dem 20. April 1945 kamen insgesamt 504 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt oder obdachlos. Innsbruck wies nach Wiener Neustadt, Villach und Klagenfurt übrigens den vierthöchsten Zerstörungsgrad im Land auf.

(Bild: US Air Force/Archiv Kluibenschädl)

Viele Gebäude von einst existieren nicht mehr
Der Einsender verweist auf einige markante Änderungen im Stadtbild, seit diese Aufnahme vor mehr als 80 Jahren entstand.

  • Am linken Innufer, ganz unten, ist der historische k. k. Landeshauptschießstand zu erkennen. Die Gebäude wurden schon vor dem 1. Weltkrieg anderweitig genutzt und 1968 für die noch heute existierende Wohnanlage Mariahilfpark abgerissen.
  • Am gegenüberliegenden Ufer stand einst die k. k. Infanterie-Kadettenschule, seit 1960 ist dort das Finanzamt. Daneben sind die barocke Johanneskirche und der GH Innrain erkennbar.
  • Die alte eiserne Fachwerkbrücke über den Inn prägte über ein Jahrhundert lang das Stadtbild, sie wurde 1981 abgerissen und durch den heutigen Neubau aus Spannbeton ersetzt.
  • Der Marktplatz erschien auf dieser Aufnahme noch völlig anders, er wurde samt Markthalle 1960 komplett umgestaltet.

Herzlichen Dank für diesen sehr spannenden und aufschlussreichen Beitrag zur Tiroler Zeitgeschichte!

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