Gold verliert an Glanz: Es kostet aktuell so wenig wie schon seit November nicht mehr, der Preis liegt bei weniger als 4000 US-Dollar. Dabei fing das Jahr für das Edelmetall mit einem Rekord an. Warum der Goldpreis seither immer weiter sinkt, hat mehrere Gründe.
Noch im Jänner schoss der Goldpreis auf ein Rekordhoch von fast 5600 US-Dollar – davon ist jetzt nichts mehr übrig. Der Preis für das Edelmetall ist in den vergangenen Tagen gesunken und liegt aktuell bei unter 4000 US-Dollar je Unze (31,1 Gramm). Gold hat das schlechteste Quartal seit 13 Jahren hinter sich – für den fallenden Preis gibt es mehrere Gründe.
1. Inflations-Sorgen
Der „entscheidene Belastungsfaktor“ für den Goldpreis seien die Sorgen des neuen Chefs der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed), sagt Tom Price, Analyst bei Panmure Liberum zur „Financial Times“. Fed-Chef Kevin Warsh wolle die hohe Inflation mit höheren Zinsen bekämpfen. Die Idee dahinter ist vereinfacht gesagt, dass Firmen und Privatpersonen bei höheren Zinsen weniger Kredite bei Banken aufnehmen. Dadurch wird die Wirtschaft – und damit die Inflation – gebremst.
Für Anleger, die in Gold investieren, sind hohe Zinsen eher schlecht. Denn Gold erwirtschaftet keine laufenden Erträge. Steigen die Zinsen, wird Gold deshalb im Vergleich zu anderen Anlageprodukten wie Wertpapieren unattraktiver. „Infolgedessen gibt Gold nach“, erklärt Price.
2. Der Iran-Krieg
„Die Märkte sind etwas verunsichert, was die Stabilität des Iran-Deals angeht“, lautet die Einschätzung von Marex-Analyst Edward Meir gegenüber dem Sender CNBC. Viele Anleger rechnen wohl eher nicht damit, dass der Krieg im Iran bald enden wird – und damit wird die Lage in der Straße von Hormuz wohl ebenfalls weiterhin angespannt bleiben.
Die Ölpreise sind zwar nach dem Mega-Anstieg nach Kriegsbeginn zuletzt wieder gesunken, doch niemand weiß, wie sich die Preise künftig entwickeln werden – und eine hohe Inflation wäre schlecht für Gold-Anleger.
3. KI-Aktien und SpaceX
Für manche Anleger hat Gold wohl den Glanz verloren, sie wenden sich eher Anlagen aus dem Tech-Bereich zu. „Das Interesse hat sich auf Künstliche Intelligenz und SpaceX verlagert“, sagt Nicky Shiels, Analysten bei MKS Pamp. Manche Händler verkauften zuletzt ihr Gold, um auf stark steigende KI-Aktien zu wetten oder den Rekordbörsengang von SpaceX zu finanzieren, wie die „Financial Times“ schreibt.
4. Das Todeskreuz
Mehrere Beobachter warnen aktuell vor dem sogenannten Todeskreuz. Es bezeichnet den Punkt, wenn der durchschnittliche Goldpreis der vergangenen 50 Tage niedriger ist als der Goldpreis der vergangenen 200 Tage. Das wird oft als Signal gewertet, dass der Preis langfristig sinken könnte. Allerdings muss ein Todeskreuz noch lange nicht heißen, dass Gold künftig noch günstiger wird.
Insgesamt gibt es also mehrere Faktoren, die beeinflussen, wie sich der Goldpreis entwickelt. Klar ist aber: Obwohl wir – zumindest einige – Ursachen für den Abwärtstrend kennen, weiß niemand sicher, wie sich der Preis des Edelmetalls in Zukunft entwickeln wird.
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