Nach Sprung in See

Italien: Große Suchaktion nach Minister-Gatten

Ausland
29.06.2026 16:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Sprung ins Wasser sollte nur eine kurze Abkühlung sein – doch seither fehlt von Luigi Cavallari jede Spur. Seit Samstag suchen Einsatzkräfte mit Tauchern und modernster Unterwassertechnik nach dem Ehemann der italienischen Familienministerin Eugenia Roccella. Die Hoffnung schwindet, während die Suche unter schwierigsten Bedingungen weitergeht.

Der 84-Jährige, wird seit Samstagabend im Lago di Vico nördlich von Rom vermisst. Nach übereinstimmenden Berichten italienischer Medien sprang der Ehemann der italienischen Familien-, Geburten- und Gleichstellungsministerin Eugenia Roccella von einem kleinen Boot aus zum Baden in den See, tauchte jedoch nicht wieder auf, unmittelbar danach setzte eine groß angelegte Suchaktion ein.

Suche mit Spezialtechnik
Nach bisherigen Erkenntnissen war Cavallari nach seinem Sprung zunächst noch kurz an der Wasseroberfläche zu sehen und soll über Unwohlsein geklagt haben. Das Boot sei jedoch inzwischen abgetrieben, wodruch er es nicht mehr erreichen konnte.

Den Alarm löste laut Rai News die Ministerin selbst aus, nachdem ihr Mann nicht mehr auftauchte. Seither sind Spezialtaucher der Feuerwehr aus Neapel sowie weitere Einsatzkräfte aus Florenz im Einsatz. Zusätzlich kommen ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge (ROV), Kamerasonden, Echolote und Wärmebildtechnik zum Einsatz, um den See systematisch abzusuchen.

„Besonders schwierige Suche“
Der stellvertretende Präfekt der Provinz Viterbo, Andrea Nino Caputo, bezeichnete den Einsatz als außergewöhnlich schwierig. Bereits direkt unter der Wasseroberfläche sei die Sicht sehr schlecht, mit zunehmender Tiefe gehe sie nahezu gegen null. „Wir tun alles, was möglich ist“, erklärte Caputo.

Als mögliche Ursache des Unglücks wird ein plötzliches gesundheitliches Problem vermutet. Offiziell bestätigt wurde dies bislang jedoch nicht.

Goldene Hochzeit erst vor wenigen Monaten
Luigi Cavallari war Professor für Architekturtechnologie und Bauingenieurwesen an der Universität Gabriele d‘Annunzio in Chieti-Pescara. Er galt als zurückhaltende Persönlichkeit. Seit 1976 war er mit Eugenia Roccella verheiratet, gemeinsam hat das Paar zwei Kinder. Erst im März feierten die beiden ihre Goldene Hochzeit. Damals sagte die Ministerin: „Ich habe ihn mit 18 Jahren kennengelernt, und seit diesem Moment haben wir uns nie mehr getrennt.“

Hasskommentare sorgen für Empörung
Während die Suchaktion andauert, sorgen zahlreiche Kommentare in den sozialen Medien für Kritik. Einige Nutzer werfen den Behörden einen unverhältnismäßig großen Rettungseinsatz vor, andere richten persönliche Angriffe gegen die Ministerin. Die erzkonservative Politikerin ist unter anderem wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Ehen und Schwangerschaftsabbrüchen umstritten.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Reaktionen scharf. Die Kommentare seien „niederträchtig und unmenschlich“, erklärte sie. Gleichzeitig sprachen zahlreiche Mitglieder der Regierung und auch Politiker der Opposition der Ministerin ihre Anteilnahme aus.

Vulkanseen gelten als tückisch
Die Vulkanseen der Region Latium gelten seit Langem als besonders gefährlich. Gründe sind unter anderem starke Temperaturunterschiede im Wasser sowie schwer einschätzbare Unterwasserströmungen. Erst im Februar kam im Lago di Bolsena ein 66-jähriger Unternehmer ums Leben, nachdem er mit einem Kanu auf den See hinausgefahren war. Im April konnte am Lago di Trevignano eine Frau in letzter Minute von einem Soldaten gerettet werden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung