Spitzen-Saison

„Freibäder erfüllen wichtige soziale Aufgabe“

Vorarlberg
30.06.2026 06:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die Freibäder in Vorarlberg sind eindeutig die Gewinner des Klimawandels: Zahlreiche Hitzegeplagte lassen die Kassen klingeln. In den Freizeitanlagen purzelt ein Besucherrekord nach dem anderen.   

Die Affenhitze der vergangenen Junitage hat die Badegäste scharenweise in die Freibäder Vorarlbergs getrieben. Die Anlagen verzeichnen einen Besucherrekord nach dem anderen. So wurden in den Hohenemser Rheinauen schon 20 Prozent mehr Eintritte als im Vorjahr gezählt. Bis Ende Juni wird dort mit insgesamt 65.000 Badegästen gerechnet. Im vergangenen Jahr waren es „nur“ 49.500, wie Ewald Petritsch, Chef der Rheinauen und Sprecher der Vorarlberger Freibäder, berichtet.

Dabei ist die Freude über die Extraeinnahmen nicht ungetrübt, denn die Hitze macht auch den Mitarbeitenden des Bads zu schaffen. „Alle sehnen sich nach etwas Regen und Abkühlung, Gäste wie auch das Team“, sagt Petritsch. Ähnlich auch die Situation im Walgaubad Nenzing, dort sind die Mitarbeiter aber zumindest in den Genuss einer kleinen Pause gekommen – wenn auch nicht freiwillig. Wie berichtet, kam es am Wochenende zu einem Defekt an einem Fass, das mit Chlorgas gefüllt war.

Seltener Defekt an Chlorgas-Gefäß
Daraufhin musste die Rettungskette in Gang gesetzt und das Bad gesperrt werden. Geschäftsführer Oliver Tschabrun zeigte sich am Montagnachmittag zuversichtlich, dass das Bad am Dienstag wieder seine Tore öffnen kann. „Die Chlorgasanlage wurde nun in Braunau in Oberösterreich gewartet und wird am Nachmittag installiert – damit sollte das Problem gelöst sein,“ sagte er auf „Krone“-Nachfrage. Laut Tschabrun ist an jenem Tag vieles zusammengekommen: Erstens sei das Gebrechen an sich ein äußerst selten auftretendes Problem. Dieses wurde genau am heißesten Tag des Jahres virulent, also an einem potenziell sehr starken Umsatztag, zudem fand gleich neben der Badeanlage ein großes Fest statt – deshalb war auch der Großeinsatz gerechtfertigt. Für die Feiernden hatte allerdings zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden.

Zitat Icon

Die heurige Saison lief für uns bisher perfekt. Wir haben im Mai und Juni im Vergleich zum Vorjahr schon ein Umsatzplus von 21 Prozent verbucht.

Ewald Petritsch

Bis dahin lief die Saison auch für das Walgaubad ausgezeichnet, im Vergleich zum Vorjahr strömten zwischen 20 und 30 Prozent mehr Besucher ins Bad. Ab Dienstag sollte das Loch, das der Chlorgasvorfall in die Bilanz gerissen hat, wieder ausgeglichen werden können. Tschabrun zeigte sich hochmotiviert, die Anlage rechtzeitig wieder in Betrieb nehmen zu können: „Und wenn es eine Nachtschicht wird!“

Baden im geschützten Rahmen
Für Tschabrun ist das Freibad nicht nur ein Ort, der Spiel und Spaß verspricht, sondern auch eine Einrichtung, die einer wichtigen sozialen Aufgabe nachkommt. „Nicht jeder hat einen schönen Garten, in dem man unter Apfelbäumen sitzend die Hitze gut überstehen kann. Die Menschen müssen sich irgendwo abkühlen, das gelingt am besten am und im Wasser. Und hier ist das Freibad die sicherste Alternative, wie man leider gerade dieser Tage wieder sieht,“ erklärt er und meint damit den tragischen Badeunfall an der Ill, der am Wochenende drei Menschenleben gekostet hat. Doch auch im Freibad oder im Garten müssen bestimmte Regeln eingehalten werden, um für die eigene Sicherheit und jene von Kindern zu sorgen.

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