Kostspielig

Geld für Hitzeschutz in Altersheimen gefordert

Vorarlberg
18.08.2026 08:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die zunehmenden Hitzewellen sind eine große Herausforderung – insbesondere für vulnerable Gruppen, also etwa ältere und alte Personen. Gerade in Altersheimen werden die hohen Temperaturen zu einem immer dringlicheren Problem.  

Dieser Sommer zeigt es deutlich: Hitzetage und Hitzewellen nehmen stetig  zu. Das wirkt sich bei vielen auf das körperliche Wohlbefinden aus – und zwar negativ. Ganz besonders betroffen sind ältere Personen. „Bei hohen Temperaturen steigt die Belastung für alle spürbar“, schildert etwa Gertrud Bolter, Betriebsratsvorsitzende der Häuser der Generationen in Götzis und Koblach. Bei Bewohnern beobachte sie Müdigkeit, eingeschränkte Beweglichkeit und eine erhöhte Sturzgefahr. Sogar die Gefahr eines Delirs steige deutlich an. Auch die Beschäftigten seien stark belastet. „Man wird schneller müde und die Aufmerksamkeit sinkt.“ Besonders körperlich belastende Arbeiten würden bei Temperaturen von über 30 Grad zur enormen Herausforderung. Abkühlung gebe es kaum. Auch in der Nacht sei es oft nicht möglich, die Räume ausreichend abzukühlen.

Manuela Auer.
Manuela Auer.(Bild: sos)

Angepasste Arbeitsabläufe
Die Vizepräsidentin der Arbeiterkammer (AK), Manuela Auer, sieht bei den Rahmenbedingungen dringenden Handlungsbedarf. Zwar gebe es von Land, Gemeinden und Einrichtungen Empfehlungen zu ausreichender Flüssigkeitszufuhr, angepasster Kleidung und Pausen. Verbindliche Hitzeschutzpläne für Innenräume würden jedoch fehlen. „Es braucht klare Standards, die festlegen, welche Maßnahmen bei einer Hitzewelle zu setzen sind. Dazu gehören auch bauliche Maßnahmen wie Beschattung und Kühlung durch entsprechende Geräte, ebenso wie angepasste Arbeitsabläufe und ausreichende Erholungszeiten“, erklärt sie.

Das kostet natürlich. Damit die Maßnahmen nicht an den Kosten scheitern, fordert sie Förderungen von Bund und Land für bauliche und technische Anpassungen. „Viele Pflegeeinrichtungen können notwendige Investitionen nicht alleine stemmen. Hitzeschutz muss deshalb auch eine Frage der öffentlichen Finanzierung sein“, betont Auer. 

Politik in die Pflicht nehmen
Auch in der mobilen Pflege erkennt Auer Mankos beim Hitzeschutz. Klare Strategien, Schulungen und ausreichende personelle Ressourcen würden fehlen. Sie fordert deshalb auch dort einheitliche Vorgaben und verbindliche Hitzeschutzpläne. „Der Schutz von Bewohnern und Beschäftigten darf nicht vom Engagement einzelner Träger abhängen,“ will sie die Politik in die Pflicht nehmen. 

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