Bregenzer Festspiele

Liebestrank-Dealer an der Vorarlberger Highschool

Kritik
18.08.2026 15:31
Porträt von Anna Mika
Von Anna Mika

Donizettis „L’elisir d’amore“ begeisterte als frisch-freche Opernstudio-Produktion im Theater am Kornmarkt das Bregenzer Publikum.

kmm

Schon vor Richard Wagner inspirierte sich bereits Gaetano Donizetti an Isoldens Liebestrank zu einer leichtfüßigen Oper. Die finnische Regisseurin Anna Kelo verlegte für das Opernstudio der Bregenzer Festspiele dieses „melodramma giocoso“ in eine Highschool. Ein Transfer ins Heute, der bruchlos wie selten aufgeht.

Adina hat reiche Eltern, ist hübsch, klug und belesen. Nemorino ist glücklos in sie verliebt. Um sein letztes Geld kauft er vom „Dealer“ Dulcamara (Davide Piva) einen Liebestrank. Nach einem heftigen Flirt mit Belcore (Yiorgo Ioannou) besinnt sich Adina dennoch auf einer Party im Haus ihrer Eltern auf ihren herzigen Verehrer.

Als Nemorino steht Emanuel Tomljenovič mit seinem schmelzenden, ausdrucksvollen und flexiblen Tenor im Mittelpunkt. Die 23-jährige Russin Iana Aivazian ist seine Adina und führt ihren Sopran technisch sicher, ausdrucksvoll und wird manche Schärfen bald in den Griff bekommen. Ebenso wird sich das Symphonieorchester Vorarlberg unter der Dirigentin Danila Grassi besser der heiklen Akustik im Kornmarkttheater anpassen und dann auch den Beginn der Ouvertüre sauber spielen.

Zu bewundern sind die Sicherheit und Professionalität, mit der elf junge Sängerinnen und Sänger aus der Region, einstudiert von Jakob Peböck, singen und agieren. Das Bühnenbild von Tinde Lappalainen wirkt etwas überladen, die Kostüme sind stimmig. Große Begeisterung im Publikum, aber auch einige Buhs für das Regieteam.

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