Reinhard Stemmer

„Höheres Pensionsalter ist keine Lösung“

Vorarlberg
18.08.2026 15:30
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Vorarlbergs ÖGB-Chef Reinhard Stemmer kritisiert Aussagen von Neos-Ministerin Meinl-Reisinger scharf. Anstatt das Pensionsalter anzuheben, pocht er darauf, den Arbeitsmarkt besser zu steuern. 

Da hatte Gewerkschaftschef Reinhard Stemmer keine Freude: Die jüngsten Aussagen von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) zur Zukunft der Pensionen sorgten bei ihm für Kopfschütteln. Sie sprach sich angesichts der gestiegenen Lebenserwartung für eine schrittweise Erhöhung des Pensionsantrittsalters ab 2030 aus. „Wer ein Leben lang gearbeitet, Beiträge eingezahlt und seinen Beitrag zur Gesellschaft geleistet hat, muss sich darauf verlassen können, auch zu einem fairen Zeitpunkt in Pension gehen zu können“, meint Stemmer.

50 Plus: Am Arbeitsmarkt ein Problem
Eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters sei ein absolutes No-Go. Wer etwas anderes fordere, verkenne die Realität in der heutigen Arbeitswelt. Eine Anhebung des Pensionsantrittsalter löse keine Probleme, sondern schaffe nur mehr Arbeitslosigkeit. Denn ältere Arbeitnehmer würden am Arbeitsmarkt vielfach benachteiligt werden. „Laut Erhebungen der Arbeiterkammer beschäftigen rund 30 Prozent der mittleren und größeren Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten in Österreich keine einzige Person über 60 Jahre.“ Entscheidend für die Zukunft der Pensionen sei vielmehr, möglichst viele Menschen in gute und ausreichend bezahlte Beschäftigung zu bringen.

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