Aufregung um Aussagen

Causa Massombo: Altach prüft „weitere Schritte“

Bundesliga
16.08.2026 15:59
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Sturm Graz bleibt durch einen 1:0-Heimsieg über Altach in der Frühphase der Fußball-Bundesliga-Saison vorne mit dabei. Allerdings geriet der Erfolg der Steirer zum Nebenschauplatz, im Zentrum stand die Causa Yann Massombo. Der von Sturm umworbene Altach-Spieler hatte am Freitag die Fahrt nach Graz verweigert. Altachs Ärger richtet sich gegen Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch, der Kontakt zu Massombo aufgenommen hatte. Nun prüfen die Vorarlberger „weitere Schritte“.

  „Der SCR Altach hat die Äußerungen des SK Sturm Graz Trainers nach dem gestrigen Spiel zur Kenntnis genommen. Diese bestätigen, dass ein Kontakt des SK Sturm Graz zu Spieler Yann Massombo stattgefunden hat. Zudem gibt es noch weitere Fakten, die dies bestätigen. Vor diesem Hintergrund sieht sich der Verein dazu veranlasst, weitere Schritte zu prüfen“, hieß es am Sonntag in einer Altach-Pressemitteilung. In dieser wurde auch darauf verwiesen, dass der Spieler ein aufrechtes Vertragsverhältnis bis 2027 plus Option auf ein weiteres Verlängerungsjahr hat.

Der Verein sei zu keiner Zeit über stattfindende Gespräche informiert worden, erklärte Altach. Laut ÖFB-Regulativ hat ein interessierter Verein den bisherigen Verein vor der Aufnahme der Vertragsgespräche mit dem Spieler nachweislich zu informieren. Fraglich ist jedoch, ob eine lose Kontaktaufnahme durch den Trainer schon unter ein Vertragsgespräch fällt.

Ingolitsch: „Ganz normaler Prozess“
Ingolitsch leugnete am Samstag nicht, ein Gespräch mit Massombo geführt zu haben. Er habe allerdings mit sehr vielen Spielern zwecks eines möglichen Transfers gesprochen. Auf die Frage, warum man mit dem Altach-Kicker nicht erst nach dem Match geredet habe, antwortete der Sturm-Coach: „Ich finde, dass ein ganz normaler Prozess abgelaufen ist, wie es immer ist. Man kann sich natürlich ins Gesicht lügen, dass man sagt, dass Vereine nicht mit Spielern sprechen. Ich glaube, dass kein Transfer dieser Welt zustande kommen wird, wenn ein Spieler nicht mit einem Trainer spricht.“

  Über den genauen Zeitpunkt, wann er mit Massombo telefoniert habe, hielt sich Ingolitsch bedeckt. Er wolle auch nicht „irgendwelche Diskussionen öffentlich führen, weil es nicht mein Stil ist“. Er stehe den Altachern aber jederzeit für Gespräche zur Verfügung, sagte der 34-Jährige. Die Rheindörfler fuhren jedenfalls angesichts der Spieler-Causa und auch wegen der Niederlage nach einer guten Leistung mit einer gehörigen Portion Ärger nach Hause. „Der SCR Altach ist der größte Verlierer in der ganzen Geschichte. Ich hoffe, dass angeschaut wird, was da wirklich passiert ist. Wir leben in einem Rechtsstaat und man muss dem nachgehen“, meinte Altachs Trainer Ognjen Zaric.

  Nicht zuletzt gebe es auch unter Trainern eine Ethik und Moral, führte Zaric weiter aus. „Für mich ist Respekt sehr, sehr wichtig. Wenn ich dann aber von der Mannschaft höre, dass ein Trainer im Beisein auch von weiteren Spielern diesen Spieler (Massombo, Anm.) kontaktiert, einen Tag vor dem Spiel, dann vertritt das nicht meine Wertvorstellung. Ich finde das ganz, ganz schlecht“, erklärte Zaric. Der SCRA-Coach stellte aber auch klar, dass sich sein Ärger nicht gegen den Verein Sturm Graz richte, „aber von einer Einzelperson finde ich das gar nicht gut“.

Lustenau zog mit Sieg an Altach vorbei
Der zweite Vorarlberger Club schaffte indes die Überraschung: Die Lustenauer Austria feierte den ersten Sieg seit dem Aufstieg, mit dem man in der Tabelle an Altach vorbeizog. Der von St. Gallen ausgeliehene Antonio Verinac war beim 2:1 (2:1) gegen den WAC mit einem Doppelpack (23., 32.) der Matchwinner. „Wir haben von ganz hinten bis vorne einen tollen Job gemacht“, hob Trainer Markus Mader aber die Mannschaftsleistung hervor, die für ihn „fantastisch“ war. „Ich bin einfach nur geflasht ob der Leistung der Mannschaft, die sie gezeigt hat“, meinte er im Sky-Interview.

  Vier Punkte bedeuten einen gelungenen Einstand im Oberhaus. „Für uns ist wichtig, Wochenende für Wochenende ein neues Level erreichen. Das sind kleine Schritte, die wir machen müssen, aber ich glaube wir haben uns sehr gesteigert gegenüber der letzten Woche“, erklärte Mader. Sein Gegenüber war dagegen richtig sauer über den Auftritt seiner Mannschaft. „Ich bin sprachlos über die Gegentore. Das erste (Tor), dass es so was gibt im bezahlten Fußball. Wir haben den Gegner in der Hand, wollten unseren Plan durchziehen, holen den Gegner durch so ein Slapstick-Tor ab, beim zweiten Tor wieder“, kritisierte WAC-Coach Thomas Silberberger.

Statt der erhofften sieben Punkte, die einen Platz in der Tabellenspitze bedeuten würden, liegen die Wolfsberger nach der ersten Niederlage nur im Mittelfeld. „Wir wollten uns den Saisonstart vergolden, jetzt kreisen wir wieder da, wo wir kreisen“, sagte Silberberger. Er kündigte für die nächsten Tage eine „scharfe Trainingswoche“ und „knallharte“ Analyse an. „Jeder Spieler weiß, dass das heute nicht gut genug war für unsere Ansprüche.“ Da die Kärntner kommendes Wochenende wegen des Europacup-Engagements des LASK spielfrei haben, können sie erst am 29. August beim GAK Wiedergutmachung betreiben.

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