Muren, Hagel

Unwetter nach Hitze: 200 Personen eingeschlossen

Tirol
28.06.2026 20:48

Im Tiroler Oberland, aber auch im Zillertal gingen am Sonntag heftige Gewitter nieder. Ein Blitzschlag löste einen Waldbrand aus, es kam zu Überschwemmungen und Muren. Im Kaunertal wurden 200 Personen eingeschlossen. Hagel machte im Zillertal einen Rettungseinsatz zur extremen Herausforderung.  

Bereits am Samstag hatte die GeoSphere Austria die Warnstufe „orange“ – Stufe 3 von 4 – für das Tiroler Oberland herausgegeben. Am Sonntagvormittag wurde diese auf den gesamten Westen Tirols, also vor allem auf die Gebiete westlich von Innsbruck, ausgedehnt. 

Bach verklaust, Muren ging ab
Im Laufe des Nachmittags entluden sich die ersten Gewitter im Oberland. In mehreren Orten waren die Feuerwehren gefordert.  So wurden die Einsatzkräfte im Kaunertal und in Tösens alarmiert. In Tösens war es etwa zu einer Verklausung des Talbaches gekommen. In St. Leonhard im Pitztal ging eine Mure ab, weitere Details waren vorerst nicht bekannt.

Ausflügler sitzen im Kaunertal fest, Straße gesperrt
Im Kaunertal entlud sich gegen 15 Uhr im Bereich Röstizkogel und Watzespitze ein heftiges Gewitter mit massivem Hagelschlag. In der Folge gingen mehrere Muren auf die Kaunertaler Gletscherstraße ab. Die Fahrbahn wurde teilweise weggespült und die Stromversorgung unterbrochen. „Rund 200 Tagesausflugsgäste hielten sich zum Zeitpunkt der Murenabgänge im nun abgeschlossenen Talbereich auf“, berichten Polizei und Land. 

Nach ersten Erkundungs- und Versorgungsflügen seien vulnerable Personen durch die Libelle Tirol bereits ausgeflogen worden, berichtete am Abend Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement des Landes Tirol. Die restlichen Personen verbringen die Nacht im Gepatschhaus sowie im Gletscherrestaurant. Sie sollen am Montag evakuiert werden. Die Gletscherstraße bleibt laut Land ab der Mautstelle bis auf Weiteres gesperrt. 

Für die Einsatzkräfte war die Rettung der zwei Abgestürzten durch Starkregen und Hagel ...
Für die Einsatzkräfte war die Rettung der zwei Abgestürzten durch Starkregen und Hagel erschwert.(Bild: ZOOM Tirol)

Aber nicht nur im Oberland, auch im Zillertal wurden Sonntagnachmittag heftige Gewitter gemeldet. In Rohrberg kam es nach ersten Meldungen zu einem Wassereintritt in ein Bahngebäude der Zeller Bahn. Auch eine Verklausung eines Baches wurde gemeldet. Bei Tux hat laut Leitstelle ein Blitzeinschlag einen Flächen- und Waldbrand ausgelöst. Die Feuerwehren brachten den Brand jedoch schnell unter Kontrolle.

Duo stürzte mit Quad in den Wald ab
Durch Hagel und Starkregen wurde in Hainzenberg ein Rettungseinsatz nach einem Unfall extrem erschwert. Zwei Personen waren gegen 15.30 Uhr mit einem Quad von einer Forststraße in einen Wald abgestürzt. Die Einsatzkräfte kämpften sich trotz Starkregen und Hagel zu den Abgestürzten vor und bargen diese mittels Tau. Beide Personen sind offenbar erheblich verletzt und wurden in Krankenhäuser gebracht. 

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