„Krone Vorarlberg“-Autor Harald Petermichl verfolgt die WM in Nordamerika natürlich mit großer Spannung zu (fast) jeder Tages- und Nachtzeit. Da blieben ihm natürlich auch die torhungrigen Superstars nicht verborgen. So torhungrig sind Messi, Mbappe und Co. aber gar nicht. Zumindest, wenn man sie mit den Stars vergangener Jahre vergleicht.
Miroslav Klose wird es nicht sonderlich überrascht haben, dass sein 12 Jahre alter Rekord (16 Tore bei Weltmeisterschaften) das aktuelle Sommerturnier auf dem nordamerikanischen Kontinent nicht überstanden hat, weil Lionel Messi am vergangenen Montag den ehemaligen Übungsleiter des SCR Altach mit seinen zwei Treffern (ausgerechnet gegen das Rangnick-Team) überflügelt und sich mit 18 Toren an die Spitze dieses Rankings gesetzt hat. Es könnte aber gut sein, dass auch dieser Bestwert nicht allzu lange Bestand haben wird, denn Kilian Mbappé hat ebenfalls nachgelegt und ist ihm mit 16 Toren dicht auf den Fersen. Da er zudem elf Lenze weniger zählt als der Wunderknabe aus Rosario in der Provinz Santa Fe, wird er im Gegensatz zu Messi wohl noch die eine oder andere WM bestreiten können, wenn nichts dazwischenkommt.
Eine Frage der Quote
Weil aber, dem Relativitätsprinzip folgend, absolute Werte nur dann aussagekräftig sind, wenn man sie in Relation zu etwas setzt, sind all diese Rekorde mit Vorsicht zu genießen. Bei Flutlicht betrachtet: Messi und Klose haben 28 bzw. 24 Spiele gebraucht, um ihre Treffer zu erzielen und kommen so auf kaufmännisch gerundete Quoten von gerade mal 0,64 bzw. 0,67 Toren pro Match. Mbappé hält aktuell immerhin bei einem Wert von 1,0 und befindet sich in bester Gesellschaft mit Helmut Rahn, knapp hinter „kleines dickes Müller“ (1,01). Aber selbst darüber wird man in Budapest und Marrakesch nur milde lächeln, denn sowohl Sándor Kocsis als auch Just Fontaine können mit um Lichtjahre besseren Werten aufwarten. Das Kopfballmonster aus der Donaumetropole hat 1954 in fünf Begegnungen elfmal getroffen (Quote 2,2) und die in Französisch-Marokko geborene Goalgetter-Legende bei der WM 1958 in sechs Matches sogar dreizehn Mal, was einer Quote von 2,17 entspricht.
Messi braucht noch 57 Tore
Angenommen, Frankreich und Argentinien erreichen das Finale am 18. Juli. Dann müsste Messi in den restlichen Begegnungen noch 57 Treffer erzielen, um zu verhindern, dass die Bestleistungen aus den 1950ern Rekorde für die Ewigkeit bleiben. Bei Mbappé sieht es nicht ganz so düster aus, aber 32-mal sollte auch er treffen, um sich noch im laufenden Turnier an die Spitze des Rankings zu setzen. Klingt auf den ersten Blick schwer machbar, aber nachdem das Spiel bekanntlich rund ist und ein Ball 90 Minuten (ohne Trinkpausen) dauert, sollte man nichts vorschnell ausschließen. Zumal es sich bei dieser WM, wie wir bereits mehrfach von zwei verhaltensauffälligen Herren erfahren haben, um das großartigste Turnier aller Zeiten handelt.
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