Erdbeben in Venezulea

Militär übernimmt Kontrolle in Katastrophenregion

Ausland
27.06.2026 08:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei dem Doppel-Erdbeben in Venezuela hat sich die offizielle Zahl der Todesopfer auf 920 erhöht. Nun müssen die Streitkräfte im Katastrophengebiet die Kontrolle übernehmen, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und die Arbeit der Rettungskräfte zu erleichtern, 

Der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez berichtete von der Militarisierung in dem betroffenen Gebiet. Mehr als 3300 Menschen seien verletzt worden. La Guaira wurde von den Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 am Mittwoch (Ortszeit) am schwersten getroffen. Der Bundesstaat, wo sich der internationale Flughafen und der wichtigste Seehafen Venezuelas befinden, ist zum Katastrophengebiet erklärt worden. Mehr als 70.000 Familien seien dort von den Folgen der Katastrophe betroffen, sagte Innenminister Diosdado Cabello am Donnerstag.

(Bild: AP/Pedro Mattey)
(Bild: AFP/MARYORIN MENDEZ)
(Bild: AP/Ariana Cubillos)
(Bild: AP/Ariana Cubillos)

Cabello kündigte die Schließung der Zufahrtsstraßen nach La Guaira aus humanitären und gesundheitlichen Gründen an. „Es ist notwendig, dass alles geordnet und entsprechend der aktuellen Lage abgewickelt wird“, sagte er im Fernsehsender VTV. Damit wolle man verhindern, dass Menschen dorthin reisten, die dort nichts zu tun hätten. Ziel sei, gesundheitliche Risiken zu minimieren sowie die Bergungsarbeiten zu beschleunigen.

USA boten Hilfe an
Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez hat mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Trump und US-Außenminister Marco Rubio hätten angerufen und ihr die Unterstützung der USA für Venezuela angesichts der Katastrophe zugesichert, schrieb Rodriguez auf der Plattform X. „Sie bekräftigten ihre Bereitschaft, die Hilfsmaßnahmen durch die Entsendung von Rettungskräften, Spezialausrüstung, Unterstützung für Notunterkünfte und humanitäre Hilfe für die betroffenen Familien zu begleiten. Wir sind zutiefst dankbar für diese Geste der Freundschaft und Zusammenarbeit“, schrieb die Staatschefin.

Überlebenschancen sinken nach 72 Stunden drastisch
„Es sind kritische Stunden für die Rettung von Leben“, sagte Rodríguez. Rettungsteams aus verschiedenen Ländern kämpfen unter schwierigen Bedingungen gegen die Zeit. Experten gehen davon aus, dass die Überlebenschancen der Vermissten und Verschütteten nach 72 Stunden stark sinken. Mehr als 300 Nachbeben wurden bisher registriert. Am Freitag ereignete sich eine Erschütterung der Stärke 4,7 in einer Tiefe von zehn Kilometern vor Venezuelas Karibikküste, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte.

Auf einem eigens für die Suche nach Vermissten eingerichteten Internetportal gingen Zehntausende Meldungen ein. Nach Angaben der Betreiber gelten dort derzeit rund 50.000 Menschen als vermisst. Auf der inoffiziellen Plattform können Angehörige und Bekannte Fotos der Vermissten zusammen mit weiteren Informationen hochladen. Die Angaben lassen sich allerdings nicht unabhängig überprüfen.

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