Abfüllanlage geplant

Bangen in Gemeinde um Versorgung mit Trinkwasser

Oberösterreich
26.06.2026 13:00

In Sankt Pantaleon (Bezirk Braunau) sammelten Anrainer 800 Unterschriften gegen die Pläne für eine Mineralwasser-Abfüllanlage der Stiegl-Brauerei. Eine Unterbrechung der Wasserversorgung befeuert die  ohnenhin schon aufgeheizte Stimmung. 

Seit Wochen wird in Sankt Pantaleon über die Pläne der Stiegl-Brauerei für eine Mineralwasserabfüllanlage diskutiert – wir berichteten. Mehr als 800 Personen haben nun eine Petition unterschrieben, um das Projekt zu verhindern. Sie sorgen sich unter anderem um die Trinkwasserversorgung. Sie haben Bedenken, dass Hänge abrutschen könnten.

Schockmoment erlebt
„Was es heißt, ohne Trinkwasser auskommen zu müssen, haben vier Ortsteile vor wenigen Tagen erlebt, als durch die Leitungen kein Wasser floss. Der Grund war allerdings ein technisches Gebrechen, das behoben wurde“, nimmt Bürgermeister Walter Hartl (Liste OGL) die Proteste ernst. „Wenn so viele Leute unterschreiben, sieht man, wie groß der Gegenwind ist. Demgegenüber stehen aber auch Fakten.“

Entnahme aus unterirdischem Fluss
Damit meint er die Gutachten der Firma Stiegl. Die Experten sind sich sicher, dass die Wasserentnahme in rund 150 Metern Tiefe nicht aus einer „Blase“, sondern aus einem unterirdischen Fluss erfolgen würde. Die entnommene Menge von 13.500 Kubikmeter pro Jahr würde in etwa so groß sein wie ein Fingerhut in einem Schwimmbecken. „Wir müssen den Gutachten vertrauen“, ist Hartl nach zwei Info-Veranstaltungen, die er moderierte, vieles klarer geworden. Dennoch hat er Stiegl um einen dritten Info-Abend gebeten. „Die Zusage habe ich schon. Der Termin steht noch nicht fest.“

Umdwidmung notwendig
Offen sind auch noch die Stellungnahmen des Landes für die notwendige Umwidmung des Areals für die Mineralwasserabfüllanlage. Dabei werden etwa Fragen des Umweltschutzes, der Natur sowie der Land- und Forstwirtschaft beleuchtet. Derzeit ist die Fläche landwirtschaftlicher Nutzgrund. Für wirtschaftliche Zwecke ist eine Umwidmung in ein Betriebsgebiet notwendig. Über diese muss der Gemeinderat entscheiden. „Ich bin mir sicher, dass wir vor der Gemeinderatswahl 2027 darüber entscheiden werden. Das Thema wird sicher zum Politikum“, prophezeit Hartl. 

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