Jahr für Jahr purzeln die Hitzerekorde, auch im Ländle könnten am kommenden Wochenende Temperaturrekorde gebrochen werden. Das erfordert ein Umdenken – auch im gesellschaftlichen Zusammenleben.
Am Samstag könnten in Vorarlberg Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius gemessen werden, von der vierteiligen Skala wurde bereits Hitzewarnstufe „3“ ausgerufen. Die außergewöhnliche Hitzewelle ist eine Herausforderung auf gleich mehreren Ebenen: Jeder hat wohl auf seine Weise mehr oder weniger mit den Auswirkungen der hohen Temperaturen auf das eigene Wohlbefinden zu kämpfen – doch manche Menschen leiden besonders unter der Hitze, sogenannte vulnerable Gruppen.
Das sind insbesondere ältere Menschen, die weniger Durst verspüren, Kranke und chronisch Kranke, Schwangere und Menschen mit Handicap. Expertinnen und Experten rufen daher dazu auf, besonders auf gefährdete Menschen in der Nachbarschaft, im Freundeskreis und in der Familie zu achten. „Hitze betrifft uns alle, aber manche ganz besonders“, erklärt Steffi Claus, Amtsärztin in der Abteilung für Sanitätsangelegenheiten des Landes Vorarlberg. Sie zählt übrigens auch Alleinlebende zu jenen Menschen, die nun besonders gefährdet sind.
Kleine Geste – große Wirkung
Ein kurzer Besuch, ein Telefonanruf oder die Frage „Brauchst du etwas?“ könnten während einer Hitzewelle einen großen Unterschied machen, ist sich Claus sicher. Viele ältere Menschen leben allein und vermeiden aufgrund der Hitze Besorgungen außer Haus. Das kann zudem zu sozialer Isolation führen. Nachbarschaftshilfe und soziale Kontakte können daher zu ebenso wirksamen wie einfachen Hitzeschutzmaßnahmen werden – „wie eine Klimaanlage“, erklärt Marlene Brettenhofer, Projektleiterin des Hitzeschutzbündnisses von der aks gesundheit. Die zunehmenden Hitzewellen erfordern besonderen gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein kühles Getränk vorbeizubringen, gemeinsam Zeit im Schatten zu verbringen oder Hilfe anzubieten kostet wenig – kann den Betroffenen aber große Erleichterung bringen.
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