Für Tofu und Co.

Sojabohne als „Gewinner“ der globalen Düngerkrise

Oberösterreich
24.06.2026 15:30

Der Iran-Krieg gefährdet die Versorgung mit Pflanzenschutzmitteln. Weitgehend ohne diese kommt die Sojabohne aus. Auch das Saatzuchtunternehmen Saatbau Linz hat das Geschäft mit ihr längst entdeckt.

Rund ein Drittel der weltweiten Düngerexporte wird über die Straße von Hormus verschifft – im Normalfall. Der Iran-Krieg wirbelte die Versorgung mit den Pflanzennährstoffen durcheinander.

„Wenn den heimischen Landwirten weniger Dünger zur Verfügung steht oder sie diesen wesentlich teurer kaufen müssen, bedeutet dies nicht sofort, dass Hunger in Österreich ausbricht. Aber es wird zur Folge haben, dass die Produktionskosten steigen“, sagt Josef Fraundorfer, Geschäftsführer des Leondinger Saatzuchtunternehmens Saatbau Linz. Das werde vermutlich „irgendwann beim Konsumenten“ an der Supermarktkasse ankommen, so Fraundorfer. Die genaue Preisentwicklung lasse sich aber noch nicht abschätzen, denn: „Der Dünger für die heurige Ernste ist vor einem Jahr eingekauft worden“ – also vor den Turbulenzen.

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Auch der Klimawandel beschäftigt uns. Dadurch kommen zusätzliche Schädlinge – das merken wir.

Josef Fraundorfer, Geschäftsführer Saatbau Linz

Tofu boomt
Ein „Gewinner“ der globalen Verwerfungen könnte die Sojabohne sein, die weniger Dünger braucht. Daraus wird etwa Tofu hergestellt. Das vegane und proteinreiche Lebensmittel boomt seit einigen Jahren und verzeichnet beim Konsum Wachstumsraten im zweistelligen Bereich.

Auch die Saatbau Linz – das Unternehmen hat 530 Mitarbeiter und machte zuletzt 261,5 Millionen Euro Jahresumsatz – züchtet Sojabohnen, vor allem am Standort Reichersberg. „Jedes zweite Sojafeld in Österreich wird mit unserem Saatgut bestellt“, sagt Fraundorfer.

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