Zwei Politiker, die Oberösterreich über Jahrzehnte geprägt haben, stehen vor einer besonderen Würdigung. Der Gemeinderat soll kommende Woche die Weichen für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Franz Dobusch und Josef Pühringer stellen. Die nötige Mehrheit gilt bereits jetzt als gesichert.
Die Stadt steht vor einer besonderen Entscheidung: Der Stadtsenat soll morgen die Ehrenbürgerschaft für den ehemaligen SP-Bürgermeister Franz Dobusch und den früheren Landeshauptmann Josef Pühringer auf den Weg bringen. Den endgültigen Beschluss muss dann kommende Woche der Gemeinderat fassen. Dafür ist eine Dreiviertel-Mehrheit erforderlich, die als gesichert gilt.
Von 1988 bis 2013 an der Spitze
Für Dobusch wäre es die höchste Anerkennung seiner jahrzehntelangen politischen Arbeit für die Landeshauptstadt. Der langjährige Stadtchef stand von 1988 bis 2013 an der Spitze von Linz und ist damit bis heute der längstdienende Bürgermeister der Stadtgeschichte. In seine Amtszeit fielen zahlreiche Projekte, die das Stadtbild und die Entwicklung von Linz nachhaltig prägten – vom Kulturhauptstadtjahr 2009 über den Ausbau des Ars Electronica Centers und des Lentos bis hin zu Investitionen in Bildung, Kinderbetreuung und Infrastruktur.
Respektvolles Miteinander
Auch Pühringer soll die Ehrenbürgerschaft erhalten. Der ÖVP-Politiker regierte Oberösterreich von 1995 bis 2017 als Landeshauptmann und prägte die Landespolitik über mehr als zwei Jahrzehnte. Während Pühringer die Geschicke des Bundeslandes lenkte, führte Dobusch die Landeshauptstadt durch eine Zeit großer Veränderungen. Trotz unterschiedlicher Parteifarben galt die Zusammenarbeit zwischen den beiden über viele Jahre hinweg als sachlich, konstruktiv und von gegenseitigem Respekt geprägt.
Franz Dobusch wird Ehrenbürger der Stadt Linz. Die passende Reaktion darauf dürfte ein kollektives „Na endlich!“ sein. Denn egal, wie man politisch zu ihm steht: Der Mann war 25 Jahre Bürgermeister. Ein Vierteljahrhundert lang. Als er ins Alte Rathaus einzog, gab es weder Smartphones noch Facebook. Als er ging, war Linz längst Kulturhauptstadt gewesen und das AEC schon mehrfach umgebaut. Umso erstaunlicher ist, dass man sich mit der höchsten Auszeichnung der Stadt derart viel Zeit gelassen hat. Natürlich gab es die Swap-Affäre, natürlich wurde seine Amtszeit nicht nur von Erfolgen begleitet. Aber eine Ehrenbürgerschaft ist keine Heiligsprechung. Sie soll würdigen, wer eine Stadt nachhaltig geprägt hat. Und genau das hat Franz Dobusch zweifellos getan.
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